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08.01.2010 | 19:11 Uhr
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Velbert. Bürgermeister Stefan Freitag bleibt bei seiner Haltung zum möglichen Abriss der Villa Herminghaus: Intensiv diskutieren.

Es habe sich über die Feiertage wohl etwas aufgestaut, sagt Stefan Freitag. Nach der Kritik an den Plänen für den möglichen Abriss der Villa Herminghaus (WAZ berichtete) war es dem Bürgermeister besonders wichtig, seine Meinung zur Innenstadtentwicklung vorzutragen.

Die wichtigste Nachricht für die Kritiker vorweg: Von den Plänen, die der Bürgermeister lieber als Diskussionsvorschlag bezeichnet haben möchte, will der Verwaltungsvorstand auch nach den Protesten nicht abrücken. Freitag bekräftigte: „Es darf keine Tabus geben, wenn wir über die Entwicklung der Velberter Innenstadt diskutieren.”

Die Frage nach dem Erhalt der Villa werde zu einem anderen Zeitpunkt beantwortet. Wenn ein Investor ein Konzept für ein Einkaufszentrum vorlege, das den Erhalt der Villa vorsieht, werde er bevorzugt behandelt. „Mir würden mehrere Steine vom Herzen fallen”, sagt Freitag.

Mit den ersten Entwürfen rechnet Freitag im Spätsommer. Bis dahin will die Stadt eine europaweite Ausschreibung auf den Weg bringen. 100 000 Euro kostet das Verfahren alleine. Geld, das nicht in den Wind geschossen sei. Auf der Immobilienmesse Expo-Real in München habe er bereits die Fühler nach potenten Investoren ausgestreckt, sagt Freitag. „Es gab eine sehr positive Resonanz.”

Viele Kritiker fordern, den 20 000 Quadratmeter-Bau lieber an der Stelle des heutigen Hertie-Hauses zu realisieren. „Das wäre uns sogar lieber”, sagt Freitag. Die Idee scheitere aber wohl am britischen Immobilieneigentümer Dawnay Day. Der insolvente Fonds müsse bereit sein, beim Abriss auf den Wert des Gebäudes zu verzichten. Und das sei Dawnay Day eben nicht. „Die lassen das lieber über Jahre leerstehen.” Beim heutigen Marktzentrum sehe das anders aus. Der Eigentümer – ebenfalls ein britischer Fonds – sei bereit, Gebäude und Grundstück zu verkaufen.

Mit dem Neubau des Marktzentrums wäre auch der Verlust von mehr als 80 zum Teil mehr als 70 Jahre alten Großbäumen verbunden. Mehr als 5000 Quadratmeter Grünfläche sollen wegfallen.

Für die Bäume muss Ersatz geschaffen werden. Das sieht das Baurecht so vor. Der Grünflächenverlust wird in eine Liste aufgenommen, muss irgendwann ausgeglichen werden, irgendwo im Stadtgebiet. Was aber in diesem Fall wohl schlecht zu vermitteln ist: „Vielleicht werden wir ganz konkret nach Ersatz suchen”, sagt Freitag dazu. „Mit direktem Innenstadtbezug.”

Arne Poll

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