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Spielhölle im Dorf: Bürger gehen auf Barrikade

05.07.2012 | 21:00 Uhr
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Spielhölle im Dorf: Bürger gehen auf Barrikade

Nierenhof.   Die Stadt erklärt: Wir mussten die Spielhalle an der Bonsfelder Straße in Nierenhof genehmigen.

Nein, diese „Belebung“ ihres Ortsteils halten Rolf und Inge Krause nicht für wünschenswert: In einem Brief an Bürgermeister Stefan Freitag hat das Ehepaar aus Nierenhof seinem Ärger darüber Luft gemacht, dass in das ehemalige Schlecker-Ladenlokal an der Bonsfelder Straße demnächst eine Spielhalle einziehen wird. Ein Protest, der wenig Aussicht auf Erfolg hat, denn: „Wir mussten diese Spielhalle dort genehmigen“, erklärte Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach der WAZ.

„So sehr auch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben jeglicher Art zu begrüßen ist, halten wir es als Mitglieder des Bürgervereins für sehr bedenklich, durch die Installation einer Spielhalle ‘Leben’ in unser Dorf zu bringen“, schreibe die Krauses in ihrem Brief an den Bürgermeister. Sie appellieren an Rat und Verwaltung: „ Wir bitten dringend, von einer Genehmigung dieses ‘Gewerbebetriebes’ abzusehen.“ Denn man befürchte, dass „unerwünschtes Publikum für erhebliche Probleme sorgen wird“.

„Der Antrag, in dem Ladenlokal eine Spielhalle einzurichten, ließ sich weder bau- noch planungsrechtlich ablehnen“, hält Stadtsprecher Blißenbach entgegen. Zum einen, weil es sich bei dem betreffenden Bereich um ein Mischgebiet handele, zum anderen, weil die Fläche der geplanten Spielhalle weniger als 100 Quadratmeter mit maximal acht Spielgeräten betrage. Blißenbach: „Wir mussten das genehmigen“.

Was Rolf und Inge Krause als weiteren Schlag gegen ihren Ortsteil sehen. Sie beklagen ohnehin, dass ihr „Dorf völlig abgekoppelt“ sei, seitdem Nierenhof 1975 ein Stadtteil Velberts wurde. „Nach Jahrelangem Stillstand versucht nun der neu gegründete Bürgerverein Velbert-Nierenhof Schwung in dieses ‘Tote-Hose-Dorf’ zu bringen, was mit einigen Aktiven auch schon recht gut gelungen ist“, schreiben Krauses.

Nun aber kommt die Spielhalle.

Harald Wiegand

Kommentare
09.07.2012
20:54
Spielhölle im Dorf: Bürger gehen auf Barrikade
von scion_tc | #4

https://www.facebook.com/groups/121915337951305/

06.07.2012
22:39
Spielhölle im Dorf: Bürger gehen auf Barrikade
von metropol | #3

Was ist schlechter, Leerstand oder eine Spielhalle?

Sicher, Glücksspiel an Automaten zählt nicht zum gesellschaftlich besonders hoch angesehenen Gewerbe. Wie aber ist es mit Gaststätten? Ist Alkoholkonsum zu rechtfertigen? Und Tankstellen? Davon hat das Dorf gleich zwei!

Und zur Eingemeindung sollte ein Bürgerverein wissen: Nierenhof wurde nicht 1975 nach Velbert, sondern 1971 nach Langenberg eingemeindet. Nierenhof bestand vorher aus einem Verkehrsknoten (Kohlenlagerplatz, Bahn, Straßenbahn, Straßen) und vielen Kneipen.

Das Bemühen um den Stadtteil ist gut und notwendig. Möge es ohne Vorurteile gelingen.

06.07.2012
07:22
Entwicklungsperspektiven in Langenberg
von DaDU | #2

Da hat H.J. Schmitz mal eben wieder alle über den Zisch gezogen mit der zeitgleichen Ansetzung einer Veranstaltung zu den Entwicklungspespektiven in Langenberg. Das Ziel ist klar, die Diskussion kaputt zu machen. Er hat Langenberg beim Nizzabad verraten und jetzt macht er es schon wieder.
Wenn Schmitz an der Entwicklung von Langenberg interessiert wäre, würde er mit allen an einem Tisch setzen. Die, die ihn kennen wollen das aber nicht mehr.
Auch Ralf Güther, mit seiner Ausnahmemachtstellung als heimlicher Bürgermeister von Velbert, passt es natürlich gut in den Kram, wenn die Langenberger nach außen als zerstritten gelten. Dieses Image der zerstrittennen Langenberger ist das Werk von H.J. Schmitz. Und immer ist er dran beteiligt.
Schade ist nur, dass durch diesen integranten Menschen jegliche reale Entwicklungsperspektive für Langenberg noch auf Jahre blockiert ist. Und die Klicke um Güther und Freitag usw. dankt es ihm mit Sicherheit.

06.07.2012
07:07
Spielhölle im Dorf: Bürger gehen auf Barrikade
von DaDU | #1

Es ist vollkommener Quatsch, zu behaupten die Stadt musste die Spielhalle genehmigen!
Gewerberecht, Baurecht, ..., es gibt immer eine Möglichtkeit diesen Müll zu unterbinden.
Aber die Gier nach den Einnahmen ist größer, auch wenn der Spieler der alles Geld verloren hat am Ende der Stadt wieder auf der Tasche liegt, eben ein Kolateralschaden.

2 Antworten
Spielhölle im Dorf: Bürger gehen auf Barrikade
von sethach | #1-1

Aber das passt ins Bild. Ist eigentlich irgend jemand in Velbert bewusst, dass Niernhof zu Velbert gehört?
In Nierenhof wird doch alles vergessen. Da gibt es ein Baugebiet, das teuer an Bauwillige verkauft wurde, und nichts wurde sinnvoll geplant oder zu Ende geführt.
Die TBV ignorieren alle Anwohner mit einer nicht zu überbietenden Arroganz.
Der Bürgemeister verspricht allen Anwohner, dass er im Jahr 2012 eine Treppenanlage einweihen wird. Aber nichts passiert.
So tot wie die Uhren am Busbahnhof ist der ganze Stadtteil.
Schade, dass wir hier hingezogen sind.

Spielhölle im Dorf: Bürger gehen auf Barrikade
von Wettbewerber65 | #1-2

Da hat DaDu vollkommen recht. Jede Spielhalle lässt sich über das Baurecht verhindert, wenn eine Stadt das will.

Leider bleibt DaDu nur nicht sachlich dabei. 5 bis 10 Mio. Deutsche probieren mehr oder weniger regelmäßig das Spiel mit dem Glück aus. Da es ungefähr sechsmalsoviel Alkoholiker gibt, wäre der Gesellschaftsschaden durch eine Kneipe weitaus grösser.

Betrachtet man den gerade beschlossenen Glückspielstaatsvertrag so hat der Betreiber dieser Spielhalle eh keine Überlebenschance. Kaufmännisch ist dieses jetzt schon eine Fehlentscheidung, die nur von einem Neueinsteiger begangen werden kann. Insofern können die "Bürger" ganz gelassen bleiben. Übrigens Pizzarien, Dönerimbiss und Billigbäcker liegen total im Trend.

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