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Schulpolitik

„Spielball der Verwaltung“

16.10.2011 | 15:15 Uhr
„Spielball der Verwaltung“

Velbert.Seit die Verwaltung die Katze aus dem Sack gelassen und Pläne bekannt gegeben hat, die eine mögliche Verlegung der katholischen Sonnenschule an der Ansembourgallee in die Räume der städtischen Regenbogenschule an der Goethestraße vorsehen, schlagen die Wellen an beiden Schulen gleichermaßen hoch. Deutlich wurde dies besonders am „Tag der offen Tür“, zu dem beide Schulen vergangenen Samstag gebeten hatten.

„Wir sind doch nur ein Spielball der Verwaltung“, ist sich etwa Claudia Obenlüne-schloß-Köster, Vertreterin der Elternschaft der Sonnenschule, sicher. „Das Vorgehen der Verwaltung, diese Pläne jetzt so kurz vor dem neuen Anmeldedatum bekannt zu geben, wurde mit Kalkül gewählt, das ist hier eine lukrative Wohnlage, die wollen alles platt machen.“

Anlässlich der aktuellen Lage hatte Schulleiterin Christa Schreven auch die Vertreter der Politik zum Besichtigungstermin gebeten. „Einer unserer Erstklässlerväter hat bereits seinen Sohn von unserer Schule abgemeldet“, berichtete sie von einer ersten Reaktion auf die seit Wochen geführten Diskussionen. Und Brigitte Marks, Schulleiterin der Regenbogenschule stellte bereits ein vermehrtes Interesse an ihrer Schule fest: „Hier sind heute mehr Leute als sonst. Ich nehme an, dass das auf die Vorgänge der letzten Tage zurückzuführen ist.“

Torsten Cleve von der CDU hat an diesem Morgen beide Schulstandorte besucht und verspricht nun der Schulleiterin der Sonnenschule, das in der am 18. Oktober anstehenden Ratssitzung die unsichere Lage für alle Seiten beendet werde: „Ihre Schule hat am Dienstag Planungssicherheit.“ Nachdem er sich selbst ein Bild der Situation verschafft hatte, ist er sich sicher, dass die Verlagerung der Sonnenschule in das obere und mittlere Gebäude der Regenbogenschule nicht umzusetzen sei. „Das wäre ja schon allein nicht möglich, weil man das Inklusions-Konzept der Regenbogenschule stark einschränken müsste. Ich werde für eine Sanierung der Sonnenschule vor Ort plädieren.“  Auch August-Friedrich Tonscheid von Velbert anders sieht keine andere Möglichkeit: „Wenn man mal die Quadratmeterzahlen der Regenbogenschule auf die dann 220 Schüler überträgt, hätten wir 2 qm Platz pro Kind, so hält man doch noch nicht einmal Hühner“, kommentiert er die Pläne.

Petra Geschke-Cinar hat sich an der Regenbogenschule umgesehen, neben der Verkleinerung des räumlichen Angebots durch den Einzug der Schule würde ihr noch etwas Sorgen machen: „Wir haben ja hier im Siepen sehr viele Kinder. Eine religiöse Einrichtung würde doch wahrscheinlich ganz anders gefördert als unsere, mit dem Resultat, dass wir hier bei den Schulen eine Zweiklassengesellschaft bekommen hätten.“ Ähnliche Befürchtungen gibt es auch an der Sonnenschule. „Mein Sohn geht hier zur Schule, für uns wäre der weitere Weg gar nicht entscheidend, wir kommen ja auch aus Tönisheide, wir haben die Schule ausgesucht, weil sie toll ist. Darüber hinaus glaube ich, dass unsere Kinder in der Goethestraße einen schweren Stand hätten“, ist sich Stefanie Wackermann sicher.

Für den Fall, dass am Dienstag die erhoffte Standortsicherung der Sonnenschule eintritt, bekräftigt die Eltern, dass sie Sanierungsmaßnahmen gleich welcher Art in Kauf nehmen würden. „Wir sind bereit, in Container zu ziehen, wir warten auch, wenn die Sanierung über Jahre verteilt wird. Die Verwaltung sollte bei ihrer Entscheidung auch bedenken, dass hier seit 30, 40 Jahren nichts in Sanierungen investiert wurde“, so Atonia Soukas von der Elternschaft. „Wir werden am Dienstag für unsere Schule kämpfen, zusammen mit unseren Kindern.“

Birgit Hölker-Schüttler

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Kommentare
17.10.2011
20:55
„Spielball der Verwaltung“
von anneliese58 | #1

fakt ist doch, dass die sonnenschule viel zu klein ist.
fakt ist auch auf die zukunft gesehen, viel zu wenig kinder angemeldet werden, die die aufrechterhaltung von zwei schulen rechtfertigen.
fakt ist auch, dass es sich um eine katholische schule handelt, die auch u.a. die kath. religion propagiert . also warum soll oder will die mutter kirche nicht auch die kosten dafür übernehmen, oder die eltern? (geht ja auch bei anderen konfessionellen schulen)

falls jedoch die eltern noch etwas bewirken wollen, morgen ist ratssitzung. ihr habt die leute gewählt, ihr könnt die ratsmitgli9eder anrufen, anmailen, in den parteibüros anrufen, hingehen,
setzt sie unterdruck, ihr habt sie gewählt.

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