SPD will Matten vom Wochenmarkt verbannen

Seit Jahren in der Diskussion: Die Gummimatten auf dem Wochenmarkt .
Seit Jahren in der Diskussion: Die Gummimatten auf dem Wochenmarkt .
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Was wir bereits wissen
Die Gummimatten, unter denen die Stromkabel liegen, sind bei einigen Marktbesuchern als Stolperfallen gefürchtet. Die SPD will die Matten nun verbannen.

Einige nehmen sie gar nicht wahr, andere sehen sie als Stolperfallen: An den Gummimatten auf dem Wochenmarkt, unter denen sich die Stromkabel verbergen, scheiden sich die Geister. Seit Jahren sind sie in der Diskussion, nun will die SPD erneut versuchen, die Matten zu verbannen.

„Der Markt in Neviges ist so beliebt, das einzige Problem sind diese Matten. Viele ältere Menschen, vor allem, wenn sie mit dem Rollator unterwegs sind, haben Schwierigkeiten“, erklärt Rainer Hübinger (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschusses (BZA) Neviges. Daher wird im nächsten BZA ein Antrag vorliegen, der noch einmal die unterirdische Stromversorgung fordert. Die Frage ist nur: Wer bezahlt das? Denn die Markthändler, dies zeigt die Vergangenheit, sind zu einer Umlage der Kosten nicht bereit.

Etwa 3000 bis 4000 Euro, so schätzt TBV-Vorstand Ralph Güther – die TBV wären für die Bauarbeiten zuständig – kostet ein einziger unterirdischer Stromkasten. Wie viele insgesamt nötig wären, ist nicht klar. Dazu Rainer Hübinger: „Es kann nicht sein, dass die Sache an 10 000 Euro scheitert. Wenn die Händler das nicht hinkriegen, müssten es Stadt oder TBV machen.“ Schließlich wollten doch alle einen attraktiven Markt.

Schon vor vier Jahren, so erzählt Wolfgang Schwarze, der als Inhaber mit zwei Wurst- und Imbissständen vertreten ist, habe man die Genehmigung für Kästen an der Wilhelmstraße und an der Sparkasse erhalten. „Aber da haben die jetzigen Marktbetreiber nicht mitgezogen.“ Schwarz hält die Matten generell für problematisch, auch für junge Menschen: „Man unterhält sich, achtet nicht auf den Boden, und zack.“ Auch Marktbesucher Friedel Bednarz ist nicht glücklich mit der jetzigen Situation und fordert: „Es müssten mehr Anschluss-Container her.“ Eine Lösung, die TBV-Geschäftsführer Ralph Güther allein aus städtebaulicher Sicht nicht empfiehlt. „Wir sehen die Fußgängerzone als gut ausgestattet, man sollte sie nicht mit Stromkästen zupflastern. Das sieht alles andere als schön aus.“

Dass bisher jemand zu Schaden kam, ist Ralph Güther übrigens nicht bekannt. „Sicherlich, man kann vieles besser machen. Aber die jetzigen Matten, die den Marktbeschickern gehören, entsprechen den Anforderungen der Technik.“

Und die Marktbesucher selbst? Anneliese Steinau, die mit Enkelin Anita und Urenkel Zoe unterwegs ist, hält die schwarzen Gummistreifen besonders bei Nässe für tückisch: Zum einen, weil sie rutschig werden, zum anderen, weil sie sich am Rand mitunter wellen. „Ich bin schon öfters gestolpert.“ Wie auch Dorothea Dölle, die ansonsten mit ihren 96 Jahren recht forsch die Elberfelder Straße überquert. „Aber bei den Dingern fühle ich mich unsicher.“ Auch Christel Biendl hat beobachtet, dass vor allem ältere Leute Probleme haben.

Was Maria Hupperz nicht nachvollziehen kann. „Man muss eben etwas aufpassen. Mein Mann hat einen Rollator, auch damit geht es tadellos.“ Lothar Janiczek hält die ganze Diskussion für völlig übertrieben: „Man kann auch über seine eigenen Beine stolpern. Wofür habe ich denn Augen im Kopf?“