SPD lädt Bürger zur Besichtigung der Schloss-Baustelle ein

Mit großem Interesse folgten die Bürger den Ausführungen Björn Dröschers, Abteilungsleiter Bau- und Projektmanagement beim Kultur- und Veranstaltungsbetrieb Velbert.
Mit großem Interesse folgten die Bürger den Ausführungen Björn Dröschers, Abteilungsleiter Bau- und Projektmanagement beim Kultur- und Veranstaltungsbetrieb Velbert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Großteil jener Bürger, die auf Einladung der SPD die Baustelle Schloss Hardenberg besichtigten, halten die aufwendige Sanierung der mittelalterlichen Wehranlage für gerechtfertigt.

Neviges..  Für den Archäologen und Burgenforscher Dr. Joachim Zeune ist sie ein „absolutes Highlight und Kleinod von nationalem Wert“: die Wehranlage Schloss Hardenberg. Nun war der Experte, für den es in ganz Deutschland kein vergleichbares Zeugnis einer derartigen mittelalterlichen Verteidigungsanlage gibt, nicht dabei, als die SPD im Rahmen ihres Sommerprogramms zu einem Rundgang über die Baustelle bat. Und Bürgern die provokante Frage stellte: „Lohnt sich die Sanierung der Wehranlagen?

Ein kräftiges „Ja“, aber auch ein „Ja, aber“ war die Antwort, die Björn Dröscher, Abteilungsleiter Bau- und Projektmanagement beim KVV, am Ende seiner kurzweiligen und von Sachverstand geprägten Führung bekam. 1,5 Millionen Euro kostet es, das vom Verfall bedrohte Juwel aus seinem Dornröschenschlaf wach zu küssen. Die Summe teilen sich Land und Bund. „Sicher, das Geld ist zweckgebunden. Schon schade, dass man das nicht umpotten kann“, bedauert Heike Laukötter. Grundsätzlich stimmt sie einer Sanierung der 1354 urkundlich erstmals erwähnten Anlage zwar zu, „aber diese Aufwendigkeit finde ich nicht angemessen.“ So kann sie nicht nachvollziehen, dass ein Teil der Mauer, den die Arbeiter einer auf historische Bauten spezialisierten Erfurter Firma in Handarbeit errichtet hat, wieder abgerissen werden könnte – falls sie dem Archäologen Dr. Zeune missfällt.

„Ob sich all das lohnt? Da sagt Ihnen ein Velberter etwas anderes als ein Nevigeser“, meint Alois Weber. „Ich bin schon als kleiner Junge durch die Kasematten gekrabbelt, mit einer Kerze in der Hand haben wir auf Gespenster gewartet.“ Dass die unterirdischen Verbindungsgänge nicht betreten werden durften, hat einige Besucher enttäuscht. Wie dem auch sei – auch SPD-Ratsmitglied Ute Meulenkamp ist inzwischen von einer aufwendigen Sanierung überzeugt. Für den Nevigeser Alois Weber ist eh klar: „Auf jeden Fall lohnt sich das. Kultur ist das einzige, was von uns übrig bleibt.“