SPD gegen Neubau an der Nevigeser Emil-Schniewind-Straße

Wenn schon bauen, dann höchstens hier direkt an der Ansembourgallee: Die SPD hatte Bürger zu einem Info-Rundgang durch das Quartier Ansembourgallee eingeladen. Im Bild rechts: Ratsmitglied Brigitte Djuric.
Wenn schon bauen, dann höchstens hier direkt an der Ansembourgallee: Die SPD hatte Bürger zu einem Info-Rundgang durch das Quartier Ansembourgallee eingeladen. Im Bild rechts: Ratsmitglied Brigitte Djuric.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Viele Anwohner folgten der Einladung der SPD, sich über die Baupläne der Stadt im Quartier Ansembourgallee zu informieren. Einhellige Meinung auch der Politiker: Keine Häuser an der Emil-Schniewind-Straße.

Finger weg vom kleinen Park an der Emil-Schniewind-Straße. Wenn Neubauten, dann nur direkt an der Ansembourgallee, auf dem Gelände der ehemaligen Sonnenschule. So lautete übereinstimmend das Ergebnis eines Info-Rundganges, zu dem SPD-Politiker Anwohner aus dem Quartier eingeladen hatten. Es ging um die Pläne der Stadt, Eigenheime zu bauen.

Insgesamt sechs hochwertige Einzel- oder eventuell auch Doppelhäuser, so hatte Stadtplaner Tim Edler auf der letzten Sitzung des Bezirksausschusses erklärt, könnten nach Vorstellung der Stadt auf dem parkähnlichen Gelände des ehemaligen Ehrenmals an der Emil-Schniewind-Straße gebaut werden. „Nicht mit uns, da machen wir nicht mit“, betonte Ratsmitglied Brigitte Djuric im Einklang mit dem BZA-Vorsitzenden Rainer Hübinger und Matthias Gohr, sachkundiger Bürger in der SPD-Kreistagsfraktion.

Park als Schulwäldchen geplant

Neben den Anwohnern bereiteten auch der Schulleiterin der evangelischen Grundschule Anke Vollmer die Baupläne Bauchschmerzen: „Dann müssten rund 100 Bäume gefällt werden, die dem Gebäude Schatten spenden. Auf den letzten Rasenflächen sollen Parkplätze entstehen“, meinte die Rektorin kopfschüttelnd. Es gehe auch um die Sicherheit der Schulkinder, die nicht mehr gegeben sei, wenn auf der jetzigen Grünfläche die Autos rückwärts ausparkten. Schließlich, so der Einwand, tollten hier Grundschüler umher – und die seien eben nicht immer hundertprozentig aufmerksam.

„Sie glauben gar nicht, wie viele Kinder hier in dem Schulwäldchen spielen“, sagt Anika Reinmuth, Anwohnerin der Pestalozzistraße und Mutter einer zehn Jahre alten Tochter. „Unsere Tochter kennt alle Singvögel, die sich hier einnisten. Schon als letztens einmal ein einzelner Baum gefällt wurde, hat sie bitterlich geweint.“

Ehemann Stephan Reinmuth merkt an, dass es sich hier nicht um irgendeine beliebige Grünfläche handele, sondern der kleine Park eigens als Schulwäldchen von dem renommierten Berliner Gartenbauarchitekten Gustav Allinger angelegt wurde. Eben, um den Schülern eine Pause im Grünen zu ermöglichen – und um ihnen verschiedene Baumarten nicht nur im Schulbuch zu zeigen. Bei der Frage, ob statt der geplanten sechs Häuser eventuell zwei akzeptabel seien, meinte Anwohner Dr. Ruben Lange: „Lieber gar nicht erst den kleinen Finger reichen.“

Weniger Grün, aber mehr Menschen, die hier wohnen und auch Autos besitzen – diese Entwicklung sieht auch Anwohner Guido Kinzel kritisch: „Sie müssen mal zwischen 7.30 und 8 Uhr hier vorbei kommen, was da jetzt schon los ist, wenn die Eltern ihre Kinder zur Schule bringen.“ Um dieses Problem zu lösen, könnte man über einen Wendekreis am Anfang der Ansembourgallee nachdenken, schlug Matthias Gohr (SPD) vor. „Dann könnten die Kinder über den Berg herauf zur Schule gehen.“ Gegen Häuser direkt auf dem Gelände der Ex-Sonnenschule gab es allgemein keine Einwände. Anwohner Wolfgang Roth sprach aus, was sich einige wünschten: „Es wäre schön, wenn auch die CDU die Öffentlichkeit zu einer Info-Veranstaltung einladen und ihre Sicht der Dinge erläutern würde.“