Sommer-Karneval im Velberter Herminghauspark

Das Ensemble des Straßen- und Wandertheaters „Gry i Ludzie“ aus Kattowitz wird seine Zuschauer in Velbert mit Musik, Tanz und phantasievollen Kostümen begrüßen.
Das Ensemble des Straßen- und Wandertheaters „Gry i Ludzie“ aus Kattowitz wird seine Zuschauer in Velbert mit Musik, Tanz und phantasievollen Kostümen begrüßen.
Foto: Gry i Ludzie
Was wir bereits wissen
Ende Mai beginnt die Neanderland-Biennale 2015. Sie wartet mit zwölf Veranstaltungen an vier Wochenenden in allen zehn kreisangehörigen Städten auf. Zu Polen kommt jetzt als neues Gastland Frankreich hinzu.

Velbert/Kreis Mettmann..  Alle Jahre wieder zieht der weltberühmte historische Karneval in Venedig mit seinen Masken, Tierkämpfen, Herkulesspielen und Feuerwerken zum Übergang von Januar auf Februar die Menschen an. Doch vor Ort ist heuer „Karnawal wenecki – Venezianischer Karneval“ kurz nach dem meteorologischen Sommerbeginn angesagt. Nämlich am 7. Juni, quasi gleich vor der Haustür im Herminghauspark, wo das Ensemble des Straßen- und Wandertheaters „Gry i Ludzie“ aus Kattowitz seine Zuschauer mit Musik, Tanz und phantasievollen Kostümen begrüßt. Mit diesem „opulenten Augen- und Ohrenschmaus“, wie ihn die Ankündigung verspricht, wird Velbert nach vierjähriger Pause wieder zum Spielort der Neanderland-Biennale.

Das große, nunmehr siebte Festival, das bereits zum vierten Mal als reine Theater-Biennale daherkommt, startet am 29. Mai. Zum Auftakt mit zwei Uraufführungen – „Stadtdinner“ und „Peregrinus“ – in Haan. Alle zehn Städte des Kreises mischen ab dann mit. Vier Wochenenden lang wird das Neanderland zur Bühne für Theaterproduktionen aus drei Ländern. Denn nachdem die letzte Biennale schon als deutsch-polnisches Festival konzipiert war, reisen nun auch Theater aus Frankreich an.

Reisen ins Reich der Fantasie

Zu beiden Ländern gibt es im Kreis Mettmann vielfältige Beziehungen. Laut Landrat Thomas Hendele haben z. B. nahezu alle Städte eine französische Partnerstadt, sind hier zudem viele Bürger mit polnischen Wurzeln zuhause.

Der Schwerpunkt der zwölf Inszenierungen liegt wie gehabt auf dem Spielfeld des Straßentheaters, aber viele Inszenierungen wagen auch ihren eigenen Aufbruch hin zu neuen Formen. So erwartet die Zuschauer etwa eine Mischung aus Figurentheater und Schauspiel, die bereits erwähnte polnische Version des venezianischen Karnevals als „atmosphärisches Gesamtkunstwerk“ und ein Live-Hörspiel mit Schauspiel und Geräuschkunst.

Katja Lillih Leinenweber hat die diesjährige Biennale denn auch unter das Motto „Aufbruch“ gestellt. Die neue künstlerische Leiterin spricht von einem „Aufbruch in spannende, neue Welten des Theaters, der Phantasie und der großen Geschichten“. Viele Veranstaltungen nehmen das Publikum mit auf Theatertour zu Spielorten, Schauplätzen und Open-Air-Kulissen. Auf jeden Fall aber laden sie die Zuschauer ein auf die grenzenlose Reise ins Reich der Fantasie. Die Neanderland-Biennale will neugierig auf die jeweils andere Kultur machen. Sie zeigt aber neben den vielen Profi-Theatern auch, was die Amateurtheaterszene im Kreis Mettmann und im Bergischen Land alles zu bieten hat.

„Die Chancen einer Biennale sind vor allem“, sagt Katja Lillih Leinenweber, „dass man raus zu den Menschen kommt und ihnen so auch die Scheu vor dem Thema ,Kultur’ nehmen kann.“