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Bundesverdienstkreuz

,Solche Menschen braucht die Stadt’

02.08.2012 | 22:00 Uhr
,Solche Menschen braucht die Stadt’

Velbert/Langenberg.   Isolde Marx nimmt von Thomas Hendele das Bundesverdienstkreuz entgegen. In seiner Laudatio bittet der Landrat die Langenbergerin: „Hören sie jetzt nicht auf“.

Ob bei Stadtführungen oder im Bücherstadtverein: Dass Menschen sich um sie scharen, erlebt Isolde Marx häufiger. Gestern jedoch stand sie im Mittelpunkt des Geschehens, ohne selbst das Wort zu führen: Im Kreise zahlreicher Ehrengäste, darunter ihre Familie, Freunde und viele ehrenamtliche Weggefährten durfte sie eine geschlagene Stunde lang viel Lob über sich hören, bevor sie von Landrat Thomas Hendele das Bundesverdienstkreuz entgegennahm.

„Es ist ja ein unausrottbares Vorurteil, das da behauptet, das Bundesverdienstkreuz kriege ja jeder irgendwann“, begann Hendele seine Laudatio im Festsaal Neviges des Rathauses. und er hielt entgegen: „Etwa sieben bis zehn dieser Auszeichnungen werden im Kreis Mettmann jährlich vergeben – nicht viel bei 500 000 Menschen.“

Stadtführerin und Schiedsfrau

Daher, so der Landrat, seien es für ihn auch die „mit Abstand schönsten Anlässe“, eine Stadt des Kreises zu besuchen: „Um einen Menschen zu ehren, der etwas für die Gemeinschaft getan hat.“ Und dann begann er aufzuzählen, was alles Isolde Marx in den letzten 30 Jahren für ihre Mitmenschen getan habe. Da sei als erstes ihr Engagement als Stadtführerin zu nennen. Seit 1981 – damals noch als erste Gästeführerin des Verkehrsvereins Velbert – leite sie Stadtführungen durch Langenbergs Altstadt, bilde zudem auch Stadtführer aus.

Viele Menschen seien durch ihr Engagement auch nach Neviges gekommen: In den 90-er Jahren organisierte die Langenbergerin dort mit Pater Hubertus die erste Tierwallfahrt – „meines Wissens gibt’s die heute noch“, so der Landrat.

Der dann auf jenes Engagement zu sprechen kam, mit dem wohl die meisten Menschen Isoldes Marx’ Namen verbinden: den Verein zur Förderung der Bücherstadt Langenberg. Als Mitbegründerin sei sie seit 2001 auch immer Vorsitzende des Vereins gewesen. „Nicht jeder fand die Idee von der Bücherstadt von Anfang an toll – das hat sich geändert, da haben sie dicke Bretter gebohrt.“ Überhaupt, so der Landrat, sei das ihr größter Verdienst: „Dass Sie Menschen begeistern können, mitzumachen – solche Menschen braucht die Stadt, denn andere für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen, ist in heutiger Zeit eine echte Herkulesaufgabe.“

Heute sei die Bücherstadt ein Markenzeichen Velberts „wie der Dom in Neviges oder das Schlossmuseum“. Der Landrat erinnerte an den WDR-Film über die Bücherstadt, daran, an den vom Bücherstadt-Verein aus der Taufe gehobenen Büchermarkt und an die Auszeichnung des unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehenden Wettbewerbes „365 Ort im Land der Ideen“. Und als sei all dies an ehrenamtlichem Engagement noch nicht genug, habe Isolde Marx auch noch über 30 Jahre als Schiedsfrau gewirkt, sei sie von 2005 bis 2008 Hauptschöffin beim Amtsgericht Wuppertal gewesen, engagiere sich seit 2009 auch noch kommunalpolitisch bei der CDU. Und als der Landrat der Langenbergerin den Orden ans Revers heftete, bat er sie: „Bitte, hören sie jetzt mit ihrem Engagement nicht auf.“

Der Laudatio des Landrats folgten Festreden von Bürgermeister Stefan Freitag, von Doris Blume (Bund deutscher Schiedsmänner und -frauen) sowie ihrem früheren Arbeitgeber. Als dann die Reihe an sie selbst kam, erklärte Isolde Marx mit entwaffnender Offenheit, warum sie keine Rede vorbereitet hatte: „Ich muss immer so viel erzählen, bei Stadtführungen, beim Bücherstadt-Verein – da wollte ich heute einfach nur mal zuhören. . .“

Harald Wiegand



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