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Neue Windräder

Skepsis gegenüber neuen Windrädern

25.01.2012 | 17:29 Uhr
Skepsis gegenüber neuen Windrädern

Die Stadt Wuppertal möchte auf dem Gebiet „Kleine Höhe“ an der Grenze zu Velbert-Neviges Winräder errrichten. In den Velberter Bezirksausschüssen und im Planungsausschuss ist man skeptisch bis kritisch.

Im Nevigeser Bezirksausschuss überwog die Skepsis, auch die „Ortsparlamente“ in Langenberg und Velbert-Mitte waren nicht gerade begeistert: Von Plänen der Stadt Wuppertal, auf dem künftigen Gewerbegebiet „Kleine Höhe“ – direkt an der Velbert-Nevigeser Stadtgrenze – Windkraftanlagen zu errichten. In seiner jüngsten Sitzung sah auch der Umwelt- und Planungsausschuss der Stadt die Pläne der benachbarten bergischen Metropole eher kritisch.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) sind derzeit zwei Varianten denkbar: Eine Einzelanlage mit 179 Metern Gesamthöhe und einer Leistung von 2,3 bis drei Megawatt. 1 800 Haushalte könnten jährlich mit Strom beliefert werden. Die Alternative wären zwei Anlagen mit mit 150 Metern Gesamthöhe und einer Leistung von zwei Megawatt. 3 100 Haushalte könnten versorgt werden.

„Aufgrund einer Entfernung von nur 1,5 Kilometern zwischen den Gebieten Kleine Höhe und dem Siedlungsbereich Auf den Pöthen sowie einer sehr guten Sicht zwischen den Gebieten wäre durch eine Errichtung von Windkraftanlagen das Landschaftsbild in diesem Bereich erheblich beeinträchtigt“, meinen dazu die Velberter Stadtplaner. gleichzeitig kündigen sie an: „Falls die Stadt Wuppertal an den Planungen festhält und die entsprechenden Verfahren einleitet, würde die Stadt vorbehaltlich einer genaueren Prüfung der Verfahrensunterlagen, die Errichtung von Windenergieanlagen in diesem Bereich kritisch sehen und ihre Bedenken im Planverfahren zum Ausdruck bringen.“ Letztlich wurden die Wuppertaler Pläne in allen beteiligten Ausschüssen erst einmal „zur Kenntnis“ genommen.

Nicht überraschend war im Planungsausschuss das weitere Vorgehen bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes für den ehemaligen Jahnsportplatz. Schon im Bezirksausschuss Neviges hatten die Mitglieder das Thema vertagt. Jetzt im Planungsausschuss zog die Verwaltung ihrerseits die Sitzungsvorlage zurück.

In Neviges hatten die Bürger sich gegen die Planvorstellungen der Verwaltung erheblich gewehrt. Während die Verwaltung von 27 Häusern spricht, die auf der ehemaligen Sportfläche neu errichtet werden sollen, gehen die Anwohner des Gebietes von mindestens 42 „Wohneinheiten“ – möglicherweise sogar noch mehr – aus.

Straßen zu eng ?

Es wird befürchtet, dass die Straße Zum Jahnsportplatz und die übrigen Erschließungsstraßen das erhöhte Verkehrsaufkommen wegen ihres schmalen Zuschnitts nicht aufnehmen können. In der nächsten Sitzungsrunde – nach dem 6. März – soll das Thema wieder zur Sprache kommen.

Ulrich Braun

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Kommentare
26.01.2012
10:52
Wirklich Skepsis gegenüber neuen Windrädern?
von linuxsozialist | #5

Die in dem Artikel beschriebene kritisch-ablehnende Haltung gerade des Umwelt- und Planungsausschuss konnte ich so eindeutig nicht feststellen. SPD, Grüne und Linke standen den Planungen durchaus offen gegenüber. Sicher, die Verwaltung scheint genauso wie CDU und „Velbert anders" Windkraftwerken weniger aufgeschlossen, nur sind sie ja nicht die Einzigen. Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich der Kritik anschließen, dass die Kritik an der Errichtung der Windkraftwerke angesichts von Planungen an der Wilhelmshöhe, dem Sporttal oder der im Bau befindlichen A44 höchst paradox erscheint. Häuser und Autobahnen sind nicht gerade Bestandteil einer unberührten Natur sondern einer Kulturlandschaften. Und Windkraftwerke sichern die Energieversorgung unserer Zivilisation.

Michael Alfermann
(stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Rat)

26.01.2012
10:50
Skepsis gegenüber neuen Windrädern
von dorfbeobachter | #4

Korrektur: das "Sportal" im Tal der Röbbeck soll nicht 1,5 m2 sondern 1,5 km2 groß werden. Es war die windige Idee eines Berliner Investors (Büro Ratz), dem die halbe Stadtverwaltung folgen musste (Planungsaufwendungen zahlt der Steuerzahler) um ein landschaftsfressendes Großprojekt umzusetzen, das letztendlich nur dazu dient, dass Investitionsfonds für zwei Jahre ihr Geld anlegen und der Stadt Bauruinen zurücklassen. Die Nachbarstädte liefen damals Sturm gegen dieses im Hau-Ruck-Verfahren. Die Stadt hat darauf keinerlei Rücksicht genommen.
Man wünscht sich natürlich dass die neu entdeckte Fürsorge Velberts für die Belange des Landschaftsschutzes konsequent erfolgt.

26.01.2012
10:05
Skepsis gegenüber neuen Windrädern
von bvbheiko | #3

So kennt man die Velberter Verwaltung, die eigene Landschaft (u.a. Wilhelmshöhe) verschandeln und auf andere zeigen!

26.01.2012
08:30
Unehrlichkeit, Doppelmoral, Floriansprinzip
von dorfbeobachter | #2

Richtig ist, dass der Anblick von Windrädern für die meißten Menschen keine ästhetische Bereicherung ist. Mehr ist aber bei einer Distanz von satten 1,5 km nicht zu sagen. Die direkten Einwirkungen auf ggf. (?) vorhandene Anlieger, Scattenwurf und Geräusche, sind Sache der Wuppertaler Bauaufsicht.
Richtig ist, dass wir, wenn wir unseren Wohlstand behalten möchten, "einen Tod sterben" müssen. Entweder Windkraftanlagen oder andere Kraftwerke schön weit weg, dann bekommen wir zwangsweise neue Fernleitungen (Strom geht nicht über W-Lan), oder wir bekommen ein dezentrales Netz mit Stromerzeugern nahe am Verbraucher. Das ist effizienter, da die leitungsverluste dann auch weitgehend wegfallen.
Die Velberter Verwaltung und der Rat zeigten sich bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans ausgesprochen robust (ich möchte nicht schreiben ignorant) gegen die Belange des Landschaftsschutzes:
- Sportal Röbbeck (ist nicht das Sportzentrum sondern 1,5 m2 !!! neues Bauland
-Erweiterung Röbbeck südlich langenberger Straße
- Wilhelmshöhe
...
Und auch bei der bejubelten A44 kräht in Velbert kein Hahn wegen der verschandelten landschaft. Im gegensatz zu Autobahnen und völlig unnötigen "Stortal"-Plänen sind Windräder Anlagen auf Zeit. In 20, 30 Jahren können sie spurlos verschwunden sein.

Ein bischen mehr Aufrichtigkeit täte dem Velberter rat und der Verwaltung in dieser Frage gut.

25.01.2012
17:36
Skepsis gegenüber neuen Windrädern
von Langenberger | #1

Da genehmigt Velbert munter selber Windräder an seinen Stadtgrenzen, ohne auch nur ansatzweise auf Einwände aus z.B. Essen einzugehen und jetzt erdreisten sich die Wuppertaler doch glatt ebenso zu verfahren ;)

2 Antworten
Skepsis gegenüber neuen Windrädern
von amki | #1-1

Welch Heuchelei.

Kürzlich haben die gleichen Argumente an der Stadtgrenze zu Essen in Velbert auch keinen intzeressiert und man hat das "Ding" gegen den Willen der Anwohner dort hin gesetzt!

Skepsis gegenüber neuen Windrädern
von amki | #1-2

Korrekt,

bei diesem heuchlerischen Vorgehen kann man nur den Kopf schütteln!

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