Sich verstehen – ganz ohne Worte

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Was wir bereits wissen
„Spring über deinen Schatten“ lautete das Motto eines Theater-Workshops im AlldieKunst-Haus. 14 Kinder sprangen – und hatten Riesenspaß dabei.

Langenberg..  Sie sprangen über ihre Schatten – und das ist in diesem Fall tatsächlich wörtlich zu verstehen: Wie viel Kreativität in ihnen steckt, zeigte jetzt 14 Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren bei einem TheaterWorkshop, zu dem das städtische Kulturbüro im Rahmen des „Kulturrucksack“-Projekts ins AlldieKunst-Haus eingeladen hatte.

14 Kinder, darunter zehn junge Flüchtlinge, waren der Einladung gefolgt, um sich von Martina Mann im Theaterspiel unterrichten zu lassen. Von „nonverbaler Kommunikation“ ist wohl die Rede, wenn man das tut, was die Jungen und Mädchen vier Tage lang im AlldieKunst-Haus taten: Sich nämlich bestens zu verstehen, auch ohne viele Worte zu machen. Schließlich lautete das Motto „Spring’ über Deine Schatten!“ Im Schattentheater erlebten die Kinder, wie ihre eigenen Konturen in übergroßen Schatten an die Wand projiziert wurden; wie sie in diese Schatten hineintraten; und wie sie diese mit einem gewaltigen Satz auch wieder verlassen konnten – „spring’ über Deinen Schatten“ eben.

Aufführung mit Stabpuppen

„Ja, es hat wirklich super funktioniert“, freute sich Martina Mann, als der Workshop am vierten Tag schließlich zu Ende ging. Da hatten die kleinen Schattenspielerin unter Anleitung der Schauspielerin und Theaterlehrerin noch ein ganz besonderes Kunststück auf die Bühne gebracht: mit Stabpuppen inszenierten sie ein Schattenspiel, zu dem sich die Kinder in den Tagen zuvor selbst die Geschichte ausgedacht hatten.

In den Tagen zuvor hatten sich die 14 Kinder beim Schauspielunterricht als gelehrige Schüler gezeigt. „Sie hatten einen Riesenspaß daran, bei Musik, Tanz, Gestik und Mimik zu lernen, wie man sich auch ganz ohne Worte ausdrücken kann“, berichtet Martina Mann. Wobei die Theaterpädagogin, wenn es dann doch das eine oder andere tatsächlich zu „besprechen“ galt, gleich mehrsprachig agierte: „Ein bisschen war das für die Flüchtlingskinder natürlich auch eine gute Gelegenheit, spielerisch Deutsch zu lernen – aber manchmal ging’s auch einfach besser auf Englisch“, lacht sie .

Integration – ganz spielerisch

In jedem Fall sei das Projekt ein tolles Beispiel dafür gewesen, wie Integration funktionieren könne. Denn im Spiel seien die deutschen, albanischen, afghanischen, russischen syrischen und afrikanischen Kinder nämlich einfach nur das gewesen, was sie seien: fröhliche, (theater-)spielende Kinder.

Ein fröhlich-ausgelassenes, multinationales, oftmals kunterbuntes Schattenspiel, das auch Norbert Bauer, der Martina Mann unterstützend zur Seite stand, begeisterte. Was den künstlerischen Leiter des AlldieKunst-Hauses aber vor allem beeindruckte: „Toll, wie unbefangen sich die Kinder zwischen all der Kunst hier bewegen.“