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Shakespeare im Kuhstall

13.02.2012 | 19:59 Uhr
Shakespeare im Kuhstall
Die Theatergruppe Kuhstall probt ihr neues Stück „Sommernachtstraum“. Foto: Uwe Möller

Langenberg.   Nach einjähriger Bühnenabstinenz präsentiert Langenbergs populäre Laienspielschar „Kuhstalltheater“ jetzt einen „Sommernachtstraum“

Noch 25 Mal schlafen. Dann spielen sie wieder. Endlich. Die Darsteller des Kuhstall-Theaters stehen in ihrem 22. Jahr wieder auf der Bühne. Nachdem im letzten Jahr die Vorstellungen komplett wegen Krankheit und einschneidender Schicksalsschläge ausfallen mussten, probt das Ensemble bereits seit Herbst letzten Jahres wieder, um ab 10. März insgesamt fünf Vorstellungen in der Aula des Langenberger Gymnasiums zu geben.

Sie spielen alle aus Begeisterung, aus Leidenschaft. Laien, denen man ihr Laienspiel kaum noch anmerkt. Wöchentlich wird geprobt, immer donnerstags. Und des öfteren auch an den Wochenenden. Vor allem jetzt, so kurz vor der Premiere. Aus 14 Szenen setzt sich der Langenberger „Sommernachtstraum“ von William Shakespeare zusammen. Natürlich kindgerecht umgeschrieben. Witzig, voller Überraschungen.

„Alles begann vor über 22 Jahren“ erinnert sich Hiltraud Pistorius. Die Elterninitiative an der Grundschule Kuhstraße führte „Pipi Langstrumpf“ auf. „Lehrer und Eltern standen gemeinsam auf der Bühne. Aus einer Aufführung wurden dann drei.“ So erfolgreich war direkt das erste Stück. „Dann wurde es ein Eigenläufer“, so die Frau der ersten Stunde. Im letzten Jahr dann mussten seit 21 Jahren das erste Mal die schon traditionellen Vorstellungen ausfallen. Drei tragende, wichtige Rollen konnten kurzfristig nicht neu besetzt werden. „Einem Schauspielerehepaar war das Haus abgebrannt. Dazu kam eine ernste Erkrankung“, berichtet Hiltraud Pistorius. „Da wir ohne Zweitbesetzung spielen, musste die komplette Spielsaison ausfallen“.

Doch sie freut sich: „Zum Glück sind jetzt alle wieder da“. Doch auch in diesem Jahr gibt es Ausfälle. Königin Eugenia musste neu besetzt werden. Lindi Meisen kann in dieser Saison nicht auf der Bühne stehen. Im Dezember erkrankte sie. Zum Glück nicht lebensgefährlich. Aber schwer genug, dass sie jetzt nur im Hintergrund mitmachen kann. „Es fehlt mir sehr. Jetzt bin ich Laufbursche, verkaufe Kaffee in den Pausen.“ Sie selbst bezeichnet sich als „Rampensau“ – auch sie ist seit 22 Jahren dabei. „Zum Glück hatten wir Conni“.

Conni, das ist Cornelia Roß, ebenfalls von Beginn an dabei. Vor fünf Jahren schaffte sie es dann nicht mehr. Beruf, Familie, die vielen Proben. Sie wurde ebenfalls eine der vielen Helferinnen und Helfer im Hintergrund. Die Krankheit der Kollegin holt sie zurück auf die Bühne. „Es ist schön, es macht Spaß, wieder dabei zu sein. Dieses Jahr bleibe ich auf jeden Fall dabei“ freut sie sich. „Ich spiele gerne. Das Proben mag ich nur nicht so“ und lacht. Dann wird Königin Eugenia auch schon wieder auf der Bühne gebraucht.

Petra Hillemacher ist noch nicht ganz so lange dabei, seit vier Jahren. Sie spielt die Hermia. Die engagierte Mutter erzählt vom Glück im Unglück des letzten Jahres. Beim Theaterfestival des Wuppertaler Vereins „Shakespeare live!“ waren vier Darsteller, u. a. Annette Haupt (Puck) und sie selbst (Hermia), aus dem Langenberger Kuhstall-Ensemble eingeladen, auf einer von zwölf Bühnen mitzuwirken. „Neben professionellen Schauspielern“ erwähnt sie stolz. Perfekt geschminkt und kostümiert muss auch sie gleich wieder auf die Bühne. „Zum Glück sind jetzt alle wieder da.“ Und dann geht die Probe weiter.

Editha Roetger

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