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Senioren im Würgegriff von Trickbetrügern

12.02.2010 | 20:00 Uhr
Senioren im Würgegriff von Trickbetrügern

Velbert. Immer wieder werden Senioren Opfer von Trickbetrügern. In Süddeutschland wurde jetzt ein Gaunerpaar gefasst, das auch in Velbert tätig geworden sein soll. Die Polizei bittet um Hilfe bei der Suche nach Velberter Opfern.

Enkeltrick, Haustürgeschäfte, Kaffeefahrten – warum werden immer wieder Rentner Opfer von Trickbetrügern? Das Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizei Mettmann hat besonders ältere Mitbürger im Blick, wenn Betrugskriminalität zu bekämpfen ist. Kriminalhauptkommissar Udo Wilke hat im Rahmen seiner Beschäftigung mit solchen Delikten einige Erklärungsansätze, um dem Phänomen des Trickbetrugs an Senioren näher zu kommen: „Leichtgläubigkeit und Obrigkeitshörigkeit spielen eine wichtige Rolle“, hat er beobachtet. Weist sich ein Fremder an der Tür etwa als Mitarbeiter einer  Behörde aus, der Stadtwerke oder sonst einer Institution aus, sind ältere Menschen zunächst häufig überrumpelt, geraten in Stress, hinterfragen  die Angaben ihres Gegenübers  erst gar nicht. „Oft sehen sie auch nicht mehr so gut, trauen sich nicht, sich den – möglicherweise falschen – Ausweis noch einmal zeigen zu lassen“, berichtet Wilke. Hinzu komme, dass viele Senioren grundsätzlich höflich reagieren und, so der Kriminalist, „nicht an das Schlechte im Menschen glauben mögen.“ Diesen Schwächen auf Seiten der betagten Opfer stehen ausgefeilte Stärken besonders in der  Technik der Gesprächsführung der Betrüger gegenüber. So wie bei „Viktor“ und „Katja“, zwei Straftätern, die jetzt von der Polizei in Offenburg auf frischer Tat festgenommen werden konnten und deren Aktionsradius offenbar bis nach Velbert reichte. Mehr als 30 Fälle können dem Paar, einem 71-Jährigen und einer 41-Jährigen, nachgewiesen werden, deren Opfer nach Angaben der Polizei überwiegend ältere Menschen aus der  ehemaligen Sowjetunion sind. Die Masche von Viktor und Katja: Das Pärchen sprach gezielt Senioren auf der Straße an. Über gemeinsame Sprache und angeblich gleiche Herkunft wurde ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Vielfach, so die Polizei, wurden die  Betrüger daraufhin von den alten Leuten in deren Wohnungen eingeladen, wo man nicht selten lange Zeit zusammensaß, Tee trank und sich unterhielt. Geschickt lenkte das Pärchen die Gespräche dann stets auf gesundheitliche Probleme, um schließlich Wolldecken mit angeblich heilender Wirkung anzubieten. Oder ein Kochtopfset für runde 2000 Euro für „besonders gesundes Essen“. Die Opfer wiesen den Tätern oft noch unfreiwillig den Weg zu ihren Ersparnissen. Der Schaden bislang: rund 25000 Euro. Nach der Festnahme 2009 fanden die Ermittler Kartenmaterial im Besitz der Täter, auf dem zahlreiche Ortschaften in Deutschland markiert sind und wo „Einsätze“ der beiden stattgefunden haben. können Auch Velbert ist verzeichnet. Bisher liegen der Polizei keine konkrete Hinweise auf Straftaten von Viktor und Katja in der Schlossstadt vor. Meldungen  möglicher Opfer nimmt die Polizei unter Tel.:02051/946-6110 entgegen.

Matthias Spruck

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