Sechs Experten von der Grundschule Nordstadt in Velbert

Herausragend: Tiziana hat sich an der Grundschule Nordstadt ein halbes Jahr lang mit Feuerquallen beschäftigt und trägt nun ihre Ergebnisse vor.
Herausragend: Tiziana hat sich an der Grundschule Nordstadt ein halbes Jahr lang mit Feuerquallen beschäftigt und trägt nun ihre Ergebnisse vor.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Begabte Kinder werden an der Grundschule Nordstadt besonders gefördert. Sechs Viertklässler stellten jetzt als Experten ihre Arbeiten vor.

Im Zuge der Diskussion um die Inklusion im Schulbereich wird oft übersehen, dass es nicht nur darum geht, schwächere Schüler in die genormten Systeme einzubinden. „Wir müssen auch unseren begabten Kindern eine Chance geben“, ist Gabriele Geissler-Hillekamp überzeugt. Die Rektorin der Grundschule Nordstadt und ihr Kollegium hat schon vor einigen Jahren das Gütesiegel für individuelle Förderung bekommen.

„Das war noch unter Schulministerin Barbara Sommer, das nach Beendigung durch ein Förder-Forder-Projekt fortgeführt wurde“, berichtet Gabriele Geissler-Hillekamp. Ihre Kollegin Ulrike Siekmann ließ sich für diese Förderprojekte eigens fortbilden. Jüngst waren es sechs Schülerinnen und Schüler aus den vierten Klassen, die durch ihre Leistungen besonders positiv aufgefallen waren und nun aufgefordert wurden, sich bei einem Thema ihrer Wahl zum Experten zu bilden. Ein halbes Jahr lang hatten Konstantinos, Lynn, Tiziana, Emilia, Noah und Jule Zeit, sich mit ihrem Arbeitsgegenstand auseinander zu setzen, zu recherchieren, unterschiedliche Medien zu benutze, zu sammeln und zu schreiben. „Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart mit langer Geschichte“, hob jetzt bei der Präsentation Viertklässler Konstantinos an. Unterstützt durch eine Power-Point-Präsentation in einem abgedunkelten Raum und in Anwesenheit von allen Klassenkameraden und den stolzen Eltern stellten der stämmige Grundschüler und die fünf anderen Überflieger ihre Arbeitsergebnisse als „Expertenvortrag“ vor.

Noahs Herz hingegen schlägt für Überschallflugzeuge. Als Zuschauer kam man sich stellenweise wie auf der Bonner Hardthöhe vor, als der Junge mit erheblicher Sachkenntnis die unterschiedlichen militärischen Typen vorstellte und dezidiert von Schockwellen beim Schnellflug berichtete.

Begeisterter Applaus für Experten

Anschauliches Bildmaterial unterstützte Noahs Vortrag. „Für Fragen stehe ich jetzt gerne zur verfügung“, flötete der Knirps professionell zum Schluss und bekam wie die anderen auch ehrlich begeisterten Applaus für seine Leistung. Alle sechs hatten die Erkenntnisse ihrer Recherchen sauber in Schriftform gebracht und zu einem schönen Werk binden lassen.

Tiziana konnte bei ihrem Thema darauf vertrauen, dass sich die Zuschauer zwischendurch kräftig schüttelten, denn Feuerquallen sorgen für schmerzhafte Begegnungen. Jule, offenkundig eine eifrige WAZ-Leserin, erklärte den Unterschied zwischen Schriftsteller und Journalist – „letztere haben ein sicheres Einkommen“ –, Emilia wusste alles über Pferde, Lynn über Katzen. Den übrigen Klassenkameraden wird die Expertenshow vielleicht ein Ansporn sein.