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Schwein gemacht

03.05.2011 | 16:33 Uhr
Schwein gemacht

Neviges.Fast fangen sie an zu grunzen. Zumindest grinsen sie die Betrachter an und erheischen ein Lächeln zurück. Sie sind Schweine, genauer Sparschweine.

Produziert werden sie im Technikunterricht von Schülern der Christlichen Gesamtschule Bleibergquelle. Um die kleinen Geldfresser effizienter herstellen zu können, hat die Sparkasse HRV zwei Dekupier-Sägen gesponsert.

Techniklehrer Axel Hardtmann erklärt den Hintergrund: „Der Werkraum war der letzte, der ausgestattet wurde und wie so oft, wird am Ende das Geld knapp.“ Also stellt Bauingenieur Hardtmann einen Antrag bei der Sparkasse für zwei Dekupier-Sägen. Wert: 1 850 Euro. Sein Schreiben landet bei Astrid Sauer, zuständig für die Vergabe der Spenden, auf dem Schreibtisch und wird genehmigt.

Technik als Hauptfach

Nun stehen sie im 20 Meter langen Werkraum, der Produktionsstätte der Sparschweine. Einige Schüler beginnen mit der Arbeit, Schülerinnen sind nicht dabei. „Mädchen und Technik ist ein Sonderthema“, findet der Bauingenieur, „bei uns ist es nicht ausgeglichen, steht aber in einem guten Verhältnis“.

Die Siebtklässler, die gerade werkeln, haben Technik als Hauptfach gewählt – auch Lukas Dreher. Der 13-Jährige stellt sich an die neue Maschine, setzt die Schutzbrille auf, legt einen Hebel um, damit das Sägeblatt fest sitzt und stellt die Maschine an. Wie eine geübte Schneiderin, die den Stoff durch eine Nähmaschine zieht, schiebt Lukas geschickt die dünne Sperrholzplatte an der Säge entlang. In kurzer Zeit modifiziert er die unförmige Platte zum glücksbringenden Haustier.

Das hört sich nach Laubsägearbeit an. Ist es auch, nur nicht so nervenaufreibend, weil die Säge funktioniert. Johannes Eni berichtet, es erleichtere das Werken. „Es geht schneller und sieht sorgfältiger bearbeitet aus“, findet der 13-Jährige. Und Lukas fügt hinzu: „Die Sachen gehen auch nicht so schnell kaputt.“ Lehrer Hardtmann ergänzt den Sicherheitsfaktor, dass nämlich „die Finger keine Chance haben an das Sägeblatt zu kommen“.

Kindheitserinnerungen werden wach

Der Sparkassen-Geschäftsstellenleiter Velbert, Eckhard Schupp, denkt an früher. „Für mich werden Kindheitserinnerungen wach.“ Vorsichtig schiebt auch er das Brettchen an der Säge entlang.

Wenn zwei neue Schweinchen ausgesägt sind, werden sie rechts und links an ein etwa sieben Zentimeter großes Stück einer gespendete Teppichrollenpappe geklebt. Anschließend ritzen die Jungen einem breitem Schlitz aus dem Rücken, um das Schwein auch für Geldstücke und vielleicht sogar Scheine zu öffnen.

Als kleines Dankeschön erhalten die Sparkassen-Vertreter jeweils ein bereits rot lackiertes Sparschwein von den Schülern. Sauer und Schupp schauen sie an und – lächeln.

Nicole Krzemien

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