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Islamismus

Schule wusste von Milli Görüs

11.10.2012 | 22:00 Uhr
Schule wusste von Milli Görüs
50 Schüler der Klassen 4a und 4b der Grundschule Kuhstraße Velbert Langenberg besuchten im Oktober 2012 den Gebetsraum der islamischen Gemeinschaft Milli Görüs an der Langenberger Straße in Velbert.Foto: Wolfgang Köhler

  Auf WAZ-Anfrage teilte die Integrationsbeauftragte der Stadt mit, dass es im Vorfeld des Klassenbesuches in der Milli-Görüs-Gebetsraumes eine Warnung gegenüber einer Lehrerin der Schule gegeben habe.

Der Besuch von 50 Schülern der Langenberger Grundschule Kuh-straße im Gebetsraum der vom Verfassungsschutz beobachteten islamischen Gemeinde Milli Görüs (WAZ berichtete) scheint doch nicht in völliger Ahnungslosigkeit der Verantwortlichen stattgefunden zu haben. Eine WAZ-Anfrage bei der städtischen Integrationsbeauftragten ergab, dass es im Vorfeld des Klassenausflugs einen Kontakt zur Grundschule gegeben hatte. „Eine Lehrerin fragte bei mir nach, wie ich die Gemeinde Milli Görüs einschätzen würde“, berichtet Susanne Susok. „Ich habe natürlich darauf aufmerksam gemacht, dass der Besuch bei einer islamischen Einrichtung, die laut Verfassungsschutzbericht die westliche Demokratie ablehnt, ein antidemokratisches Staatsverständnis hat und als antisemitisch gilt, höchst problematisch ist“, so Susok. Vielmehr habe sie der Lehrerin in dem Telefongespräch empfohlen, die Ditib Moschee zu besuchen, die für Offenheit und politische Unbedenklichkeit bekannt sei.

Susanne Susok befremdet

Darauf, so die Integrationsbeauftragte, sei die Gesprächspartnerin auch eingegangen, sie entschied sich noch am Telefon für die Ditib Moschee. Umso überraschter war Susok, als sie jetzt in der WAZ las, dass die Kuhstraßen-Schüler doch zu Milli Görüs an die Langenberger Straße gefahren sind. „Der Entschluss und vor allem die völlige Unwissenheit, die der Schulleiter in dem Zeitungsartikel demonstrierte, hat mich sehr befremdet“, sagt die Integrationsbeauftragte. Rektor Wolfgang Köhler war gestern für eine Stellungnahme für die WAZ nicht erreichbar.

Grundschulen wie weiterführende Schulen sind in ihren Entscheidungen, wohin sie Exkursionen und Klassenfahrten unternehmen, völlig frei, „wenn die Aktivitäten durch den Lehrplan gedeckt sind“, sagt Ulrich Stahl, Leiter des Schulamtes der Stadt Velbert. Was bedeutet, dass weder der Rektor noch ein Lehrer bei der Stadt oder einer anderen Schulbehörde Reisen und Fahrten genehmigen lassen muss. „Die Stadt als Schulträger mischt sich nicht in innerschulische Bereiche ein“, so Stahl.

Susanne Susok hält viel davon, wenn schon Kinder im Kita-Alter Kontakt zu religiösen Einrichtungen bekommen. „Besuche in Kirchen und Moscheen helfen, einen natürlichen Umgang miteinander zu schaffen“, sagt sie. Nur sollte man wissen, bei wem man anklopft, gibt sie zu bedenken.

Matthias Spruck



Kommentare
13.10.2012
09:15
Schule wusste von Milli Görüs
von lingxiao | #3

ich hoffe, dass die schulaufsichtsbehörde hier gar nicht reagiert...herr köhler ist ein sehr guter direktor und wir haben unsere tochter bewußt, auch wegen herrn köhler, an der kuhstraße angemeldet und bereuen das auch nach dieser bildungslücke nicht.....ich bin mir sicher, dass herr köhler aus diesem fehler gelernt hat und im prinzip geht das auch nur uns eltern was an...

grundsätzlich bleibt fest zu halten, die waz druckt einen recht neutralen artikel (hat da aber noch nicht mal selber die eier auf milli görüs als extreme hin zu weisen), dann kommt gegenwind aus dem rechten lager und man schwenkt um, was folgt ist ein artikel wo maßgebliche fragen nicht beantwortet werden, hauptsache mal reinhauen...fast müßte man schon dankbar sein, dass die waz heute die klarstellung der integrationsbeauftragten noch gedruckt hat....

12.10.2012
21:08
Schule wusste von Milli Görüs
von romantika | #2

schon krass, wie hier ein sehr engagierter schulleiter aufs korn genommen und verunglimpft wird.

ich hoffe, dass leute wie canberra übersehen werden. und auch die leser sehen, was da hinter steckt: eine miese hetzkampagne, wie ich sie der waz nicht zugetraut hätte. merkwürdig, dass der kommentar zum artikel a) namenlos und dann auch noch b) gekürzt ist. bei letzterem hat sich die zeitung wahrscheinlich selbst einen gefallen erwiesen.

die sonst so politisch harmlose zeitung hat sich ganz schön weit rausgelehnt. und der artikel, der morgen dazu erscheint untermauert das ja nur...

12.10.2012
09:56
Schule wusste von Milli Görüs
von canberra | #1

Es kann doch nicht sein, dass Grundschullehrer mit ihren Klassen sich von Organisationen einladen lassen, die unter dem Verdacht islamistisch-terroristischer Bestrebungen stehen und vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet werden. Ich hoffe, dass die
Schulaufsichtsbehörde hier schnell reagiert und Maßnahmen einleitet, damit sich so etwas nicht wiederholen kann.

2 Antworten
Schule wusste von Milli Görüs
von romantika | #1-1

schon krass, wie schnell man im aburteilen von menschen ist.

es kann doch nicht sein, dass man gegen einen sehr engagierten menschen hier solch eine stimmung macht. und das bei einer zeitung, die sich sonst immer schön aus allem raus hält...

und dann noch den kommentar online ohne name, wie feige ist das denn?

Schule wusste von Milli Görüs
von romantika | #1-2

schon krass, wie hier ein sehr engagierter schulleiter aufs korn genommen und verunglimpft wird.

ich hoffe, dass leute wie canberra übersehen werden. und auch die leser sehen, was da hinter steckt: eine miese hetzkampagne, wie ich sie der waz nicht zugetraut hätte. merkwürdig, dass der kommentar zum artikel a) namenlos und dann auch noch b) gekürzt ist. bei letzterem hat sich die zeitung wahrscheinlich selbst einen gefallen erwiesen.

die sonst so politisch harmlose zeitung hat sich ganz schön weit rausgelehnt. und der artikel, der morgen dazu erscheint untermauert das ja nur...

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