Schüler pilgert für Kinderrechte

Der 13-jährige Nils Friedrich kommt aus Essen, geht aber in Velbert ins Gymnasium. Wie bereits im Vorjahr will der Schülerein Teilstück des Jakobsweges gehen und Spenden für die Organisation „Save the Children“ sammeln.
Der 13-jährige Nils Friedrich kommt aus Essen, geht aber in Velbert ins Gymnasium. Wie bereits im Vorjahr will der Schülerein Teilstück des Jakobsweges gehen und Spenden für die Organisation „Save the Children“ sammeln.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der 13-jährige Nils Friedrich und seine Mutter haben 2014 auf dem Jakobsweg 2650 Euro erwandert. Ende der Woche setzen sie Spendenlauf fort.

Velbert/Essen..  „Zwischendurch müssen wir wohl auch einmal im Zelt schlafen“, erzählt Christiane Friedrich. Ihr Sohn Nils steht neben ihr und guckt sich um. Nils Friedrich ist 13 Jahre alt, hat gerade Sommerferien und: Nils ist Jakobspilgerer. Während seine Mutter erzählt, schaut er auf den Essener Baldeneysee – und damit auch schon auf einen Teil des Jakobswegs, der genau dort entlang führt. Nils geht in Velbert aufs Gymnasium, nach den Ferien kommt er in die 8. Klasse. Nun stehen er und seine Mutter aber erst einmal vor ihrer bisher größten Wanderung. Denn während der Sommerferien wollen beide zusammen innerhalb einer Woche 149 Kilometer des Jakobswegs laufen.

Bis ins belgische Brûly, das an der Grenze zu Frankreich liegt, soll es gehen – zu Fuß natürlich. Nils und seine Mutter haben allerdings schon Erfahrung im Pilgern: vor rund einem Jahr haben sich die zwei schon einmal auf den Weg gemacht. Damals führte sie ihre Route von Aachen bis nach Huy in Belgien.

Spontaner Entschluss

Dort geht es nun auch für beide am 17. Juli weiter. Nils und seine Mutter pilgern aber nicht einfach drauflos, sie wollen dabei auch etwas Gutes tun: wie bereits im letzten Jahr sammeln sie daher Spenden für „Save The Children“. Diese Organisation kümmert sich um die Rechte von Kindern – aktuell vor allem auch um Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten.

Im letzten Jahr hat Nils das Projekt auch an seiner Schule vorgestellt. Vor allem seine Reli- und Latein-Lehrer seien davon begeistert gewesen, sagt Nils und lächelt. Damals kamen 2650 Euro zusammen. Dass sie dieses Jahr erneut für den guten Zweck pilgern, war zuerst gar nicht geplant, zeitlich hat es einfach nicht gepasst. Vor wenigen Wochen haben sich Nils und seine Mutter dann ganz spontan dazu entschlossen, doch noch ein weiteres Mal solch einen Spendenlauf zu machen. Freunde, Verwandte, Nachbarn und alle Interessierten können nun wieder spenden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder spenden Interessierte einen festen Betrag, der am Ende des Laufs an die Organisation geht oder pro Kilometer wird ein Betrag genannt. Je nachdem, wie viele Kilometer die beiden dann tatsächlich zurücklegen, wächst der Betrag, der am Ende an die Kinder überwiesen wird.

Und trotz der kurzfristigen Planung ihres Spendenlaufs schlägt er jetzt schon erste Wellen: „Wir haben tatsächlich jetzt schon eine Spende bekommen“, erklärt Christiane Friedrich glücklich.

Billige Unterkünfte bevorzugt

„In Huy können wir wohl wieder in das Hotel, in dem wir im letzten Jahr waren“, sagt Christiane Friedrich erleichtert. Aber längst nicht überall haben die zwei jetzt schon einen festen Schlafplatz. Daher schleppen sie auch während der gesamten Tour durch Belgien ein Zelt mit – falls sie nicht rechtzeitig eine Bleibe für die Nacht finden, haben sie so im Notfall immer ihren eigenen Schlafplatz dabei. Bei der Wahl ihrer Unterkünfte achten die zwei immer sehr genau darauf, nicht zu viel Geld auszugeben. „Ein Zimmer in einem Herrenhaus für 100 Euro pro Nacht, passt auch einfach nicht zur Idee des Pilgerns“, sagt Christiane Friedrich.