Schüler erlaufen Geld und kaufen Flüchtlingen Spielzeug

Freuen sich, den Flüchtlingskindern mit neuem Spielzeug eine Freude zu machen: Die Schülerinnen und Schüler der Sonnenschule. Das Bild zeigt nur eine Klasse, an der Aktion war jedoch die ganze Schule beteiligt.
Freuen sich, den Flüchtlingskindern mit neuem Spielzeug eine Freude zu machen: Die Schülerinnen und Schüler der Sonnenschule. Das Bild zeigt nur eine Klasse, an der Aktion war jedoch die ganze Schule beteiligt.
Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die Kinder der Sonnenschule haben bei ihrem Sponsorenlauf 3000 Euro errannt. Mit dem Geld wurde Spielzeug für die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Krankenhaus angeschafft.

Neviges..  Amelie, Fabian, Timo und all die anderen sind gerannt, bis sie nicht mehr konnten. „Wir haben extra noch mehr Runden gedreht“, erzählt Cora mit leuchtenden Augen. Schließlich sollte mit dem Geld, das sich die Schüler der Sonnenschule beim Sponsorenlauf erkämpften, doch Spielzeug für Flüchtlingskinder angeschafft werden.

Gestern war der große Tag: Bärbel Scheffels und Annette Radulovic von der Schulpflegschaft transportierten Berge von Gesellschaftsspielen, Lego-Kisten und alles, was Kinderherzen höher schlagen lässt, in die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Krankenhaus an der Tönisheider Straße.

„Die Betreuer haben große Augen gemacht“, erzählt Bärbel Scheffels, der eine Welle der Dankbarkeit entgegen schlug. Zusammen mit Annette Radulovic ging sie mit den 3000 erlaufenen Euro gezielt im hiesigen Einzelhandel auf Einkaufstour und nicht etwa im Internet. „Wir haben darauf geachtet, dass ganze Familien mit den Sachen spielen können und die Sprachkenntnisse gefördert werden“, erzählt die Mutter zweier Sonnenschul-Kinder. Wie auch der Kicker, kommt das gesamte Spielzeug in das neue Gemeinschafts-Spielzimmer.

Kicker für das neue Spielzimmer

Dass es den Kindern hier gut geht, ist nicht nur Adriana ganz wichtig: „Die wollten ja nicht von zu Hause weg, aber da fielen ja Bomben, das ist ganz schrecklich.“ Woher sie das weiß mit den Bomben? Na, Rahan und Hassan haben das doch alles erlebt... Rahan und Hassan gehören zu den Hauptpersonen in der Geschichte „Bestimmt wird alles gut“ von Kirsten Boie und Jan Birck. Ein dünnes, aber thematisch sehr gewichtiges Büchlein, das die Odyssee einer Flüchtlingsfamilie beschreibt. Anhand von Arbeitsbögen haben fast alle Sonnenschul-Kinder das Thema im Unterricht von vielen Seiten beleuchtet. „Ich fand die Geschichte erst traurig, aber dann hat Rahan ja Freunde im Deutschunterricht gefunden“, sagt Amelie. Simona weiß jetzt, was eine Schleuserbande ist. „Diebe, die Gepäck klauen, damit dann mehr Personen auf das Schiff passen“, so steht es feinsäuberlich auf ihrem Arbeitsbogen. Timo hat in der Geschichte am meisten beeindruckt, dass „der Hausmeister in den Unterricht rennt und sagt, da sind Flugzeug-Angriffe. Dann müssen immer alle in den Keller.“

Sophie fand auch die Bombenangriffe schlimm, „sowas kennen wir ja nicht“ meint Sophie, und Anna Lena ist froh, dass Flüchtlingskind Rahan in der Geschichte ihre Freundin Emma gefunden hat. Keinen Hehl aus seiner Meinung über die europäische Flüchtlingspolitik macht Lukas: „Ist scheiße, dass manche Länder die Grenze zu machen.“ Schulleiterin Christa Schreven jedenfalls ist stolz auf ihre Schützlinge. „Dieses Engagement, das sie alle zeigen, da geht einem schon das Herz auf.“