Schaulustige verfolgen Hardenberger Schützenzug

Umzug des Hardenberger Schützenvereins mit Schützenkaiser Hans I. und Angelika I. Viele Interessierte und Schaulustige säumen die Straßen.
Umzug des Hardenberger Schützenvereins mit Schützenkaiser Hans I. und Angelika I. Viele Interessierte und Schaulustige säumen die Straßen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mit Pauken und Trompeten ziehen die Hardenberger Schützen durch Neviges. Die Schaulustigen verfolgen das Geschehen mit unterschiedlichen Erwartungen.

Neviges..  Wenn die Hardenberger Schützen und befreundete Vereine im Mai mit Pauken und Trompeten und einer Kutsche durch Neviges ziehen, dann gibt es immer auch Zuschauer am Wegesrand. „Ich arbeite hier und kenne die Herrschaften von klein auf“, sagt etwa Martin Seidl, der vor dem Parkhaus Seidl steht und der Sohn des Geschäftsführers ist. „Ich finde es einfach interessant, so was anzusehen, das gibt es in Neviges nicht sehr häufig. Es ist ein Event für unsere Gäste.“

Junge Leute werden vermisst

Auch Steffi Kluge schaut sich den Umzug an, zusammen mit ihrer siebenjährigen Tochter Finja. „Wir machen eigentlich einen Spaziergang“, erzählt Steffi. Interessant findet sie die alte Tradition, „Spielmannszug, Uniformen, für meine Tochter und mich ist das imposant anzusehen.“ Finja legt sich auf die Frage nach ihrer interessantesten Beobachtung so fest: „Die Kutsche.“ Manche werden ganz zufällig Zuschauer des Umzugs: „Wir haben hier gestanden und geraucht“, sagt Dieter, der von seinem Nachnamen nur das R verrät. „Ich war selbst mal im Schützenverein, in Herdecke. Ich finde das gut, dass so Züge noch gemacht werden.“ Manches finde heute so anonym statt, da sei es gut, dass dieses Stück Vereinsleben hier so sichtbar abläuft. Als Verein Präsenz zu zeigen, findet er richtig.

Auch in Schlesien gibt es Schützenvereine, erzählt Joana Scheller, die mit ihrem Mann und einigen Gästen vor ihrem Restaurant „Polska“ steht. Nur die Uniformen seien anders. „Ich gucke das jedes Jahr“, sagt Scheller. „Ganz super finde ich das. Nur schade, dass so wenige junge Leute dabei sind.“

Wenn unter den Zuschauern mal junge Leute sind, dann sind sie womöglich schon in den Schützenverein hineingewachsen. So ist es bei Florian Schulz. Der 14-Jährige war selber mal im Verein, wie schon seine Eltern und seine Großeltern, er steht also wortwörtlich aus alter Verbundenheit vor der Sparkasse und hört dem Spielmannszug zu, der sich in langer Reihe gegenüber aufgestellt hat.

Anderen jungen Leute muss man zunächst erklären, dass das Schützen sind, die da vorbeiziehen. „Bei so was habe ich noch nicht mitgemacht“, sagt Thorsten Paulus, einer aus einer Gruppe Raucher vor dem Eingang des Café Sun. Aber er findet es gut, „interessant“, sogar „romantisch“, „schon was Gutes, so was sieht man nicht jeden Tag.“