Scharfe Kritik an Genehmigung einer türkischen Feier in Velbert

Mit Musik und Tanz feierte der Deutsch-Türkische Kulturverein Velbert am Wochenende auf dem Offersplatz eine Feier. Dafür übte die Linke scharfe Kritik an der Stadtverwaltung.
Mit Musik und Tanz feierte der Deutsch-Türkische Kulturverein Velbert am Wochenende auf dem Offersplatz eine Feier. Dafür übte die Linke scharfe Kritik an der Stadtverwaltung.
Foto: WAZ FotoPool
Linken-Politikerin Sonja Spiekermann wirft der Stadtverwaltung vor, „auf dem rechten Auge blind“ zu sein. Hintergrund ist die Genehmigung einer Feier des Deutsch-Türkischen Kulturvereins Velbert vom vergangenen Wochenende.

Für den arglosen Beobachter war es ein familiär wirkendes Fest mit Musik und Tanz, das der Deutsch-Türkische Kulturverein Velbert am vergangenen Wochenende auf dem Offersplatz veranstaltete. Das sieht die Ratsfrau der Linksfraktion, Sonja Spiekermann, völlig anders: In einem Brief wirft sie Bürgermeister Dirk Lukrafka vor „auf dem rechten Auge blind“ zu sein, da es sich bei den Feiernden um „türkische Faschisten“, um so genannte „Graue Wölfe“ handele. Sie beruft sich auf Einschätzungen von Experten, die vor zwei Wochen in der ZDF-Sendung „Frontal 21“ geäußert wurden. „Sie gehen mit offener Gewalt gegen Andersdenkende vor, predigen Judenhass und fordern einen neuen Führer“, sagt Spiekermann. Die Lokalpolitikerin kritisiert, dass der Kulturverein zuletzt eine Genehmigung von der Stadt bekam, im Herminghauspark zu feiern – „und jetzt noch werbeträchtiger in der Innenstadt“.

Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach informiert, dass im Vorgespräch vom Kulturverein zugesagt worden sei, keine politische Veranstaltung zu organisieren, wo für die „Grauen Wölfe“ geworben würde. Blißenbach gibt angesichts der Kritik zu bedenken, dass die „Grauen Wölfe“ zwar vom Verfassungsschutz beobachtet werden, sie jedoch nicht verboten seien.

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