Sauber und fair geht anders – Von Sascha Döring

Der Anwalt der abgelehnten Bewerberin hat es schön auf den Punkt gebracht: „Ich kenne den Unterschied zwischen Juristerei und Politik.“

Rechtlich mag das Bewerbungsverfahren so durchgehen, aber sauber und fair geht anders. Schon im Bürgermeister-Wahlkampf 2014 gab es Gerüchte, dass SPD-Kandidat Gerno Böll (damals noch Böll-Schlereth) gar nicht in das Amt gewählt werden, sondern lieber als Dezernent ins Rathaus einziehen wollte. Er dementierte damals in der WAZ. Jetzt also Fachbereichsleiter. Diese Gerüchte – die nun vor Gericht erneut erwähnt wurden – sind ein Grund dafür, warum die Politikverdrossenheit zunimmt. Denn jetzt bleibt der Eindruck hängen, dass es in erster Linie nicht um Kompetenz und beste Aufgabenerfüllung geht, sondern darum, einem Begünstigten einen lukrativen Posten (Besoldungsstufe A15, verantwortlich für 180 Leute) zuzuschachern.

Abgesegnet hat die Besetzung mit Böll übrigens der Haupt- und Finanzausschuss im Einvernehmen mit dem Bürgermeister.