Salongespräch war gut investierte Zeit

Langenberg..  Mit ihrem Format „Salongespräch“, in dem sie zu Themen des Lebens plaudern, waren die bildende Künstlerin Doris Brändlein und ihr Kollege Wolfgang Sternkopf, der auch schreibt, bereits anderswo erfolgreich. Zum Beispiel in Essen, wo sie in der Alten Cuesterey auftreten. Am Sonntag war nun in Langenbergs Galerie 23 Premiere. Und obschon „Promi-Gast“ Jean Pütz wegen eines Beinbruchs hatte absagen müssen, fanden sich dennoch gut 20 Zuhörer an der Frohnstraße 3 ein.

Thema diesmal: Zeit. Hierzu gab es einige Texte von Herrn Sternkopf, sowie Fragen zum Thema an den „Ersatz-Promi“, den Bottroper Autor und Grafiker Achim Kubiak sozusagen als Gesprächs-Unterfütterung zur Anregung des Publikums.

Beispiel: Haben Sie für sich eine Ausgewogenheit entwickelt zwischen Arbeits- und Familien-/Freundes-Zeit?

„Zeit verplempern“, „sich Zeit nehmen“, „Zeit verschenken“: Schlagworte wie diese waren lebensnahe und zur persönlichen Reflektion anregende Einstiegs-Hilfen, schufen sehr schnell eine lockere, angeregte und sehr heitere Atmosphäre.

Die Tradition der Salongespräche stammt aus dem 17./18. Jahrhundert, erfreute sich, ja, in eher privilegierten Gesellschaftskreisen großer Beliebtheit. Apropos „privilegiert“: Das seien wir hier auch, wurde mehrfach konstatiert; gibt es doch viele Menschen weltweit, denen sogar die Zeit zum Nachdenken über dieselbe fehlen dürfte. Aber: Wie frei sind wir im Umgang mit unserer Zeit hierzulande wirklich? Inwiefern sind wir geprägt von unseren Lebensumständen und gestalten unsere eigene Lebenszeit gar nicht so frei? Berufliche, familiäre und letztlich auch psychologische Pflichten und Zwänge können gewichtige Zeit-Diebe sein.

Demnächst lautet das Thema „Glück“

Demgegenüber schilderte eine Mitdiskutierende zum Beispiel ihre ganz persönliche Entscheidung, aus dem „Hamsterrad“ auszusteigen, um eben mehr Zeit für sich und ihre Partnerschaft zu haben.

Fazit: Diese 90 Minuten in der Galerie 23 waren gut investierte Zeit in eine erfrischend anregende Begegnung, ein Stück Gesprächs-Kultur eben, die übrigens im Frühling hier ihre Fortsetzung finden wird. Dann lautet das Thema: Glück.