Sachlich bleiben – von Sascha Döring

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Und zur Meinungsfreiheit gehört selbstverständlich auch Kritik an der Politik bzw. an Politikern, die ihre Arbeit zu verantworten haben. Niemand wird dazu gezwungen, alles gut zu finden, was auf den verschiedenen politischen Ebenen entschieden wird. Kritik ist erwünscht und kann – wenn sie denn konstruktiv ist – auch zu Veränderungen beitragen.

Was aber überhaupt nicht geht, ist, sich hinter Nicknames zu verstecken und dann zu beleidigen oder gar zu drohen. Gleiches gilt natürlich für Briefe ohne Absender. Aber dieses Verhalten ist ein weiteres Indiz dafür, dass CDU-Mann Manfred Bolz Recht hat: Der Ton wird rauer und der Umgang roher. Statt sich Argumente der Gegenseite anzuhören, danach zu versuchen, mit eigenen Argumenten zu überzeugen oder sogar den eigenen Standpunkt zu ändern, wird gebrüllt, geschimpft und beleidigt. Es wäre schön, wenn Meinungsverschiedenheiten wieder sachlich ausgetragen würden – falls es überhaupt um die Sache geht.