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Runter vom Sofa

13.09.2010 | 18:19 Uhr
Runter vom Sofa
In der Aula der Hardenbergschule präsentierten sich Velberter Sportvereine. Sportlehrer Günter Hoffmann (59) und Marline Kuhn (67) vom Radsportverein 1926 Velbert zeigen Ferhat, wie man mit einem Kunstrad ohne Bremsen fährt. Foto: H.W. Rieck

Neviges. Jugendliche, die regelmäßig Sport treiben, erzielen durchschnittlich höhere Bildungsabschlüsse als ihre bewegungsscheuen Altersgenossen.

Dieser Zusammenhang konnte in einer vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlichten Untersuchung für Deutschland nachgewiesen werden. Demnach erhöht die Teilnahme an außerschulischen Sportangeboten die Wahrscheinlichkeit, die Hochschulreife zu erlangen oder ein Universitätsstudium erfolgreich zu absolvieren, um jeweils bis zu sechs Prozentpunkte.

„Mehr Schüler in Sportvereine“ – unter dieses Motto stellte die Hardenbergschule ihre Aktion „Vereinsbörse“. Hintergrund für diese Initiative war eine Umfrage an Velberter Hauptschulen, die ergab, dass Hauptschüler in Sportvereinen im Vergleich zu den Angehörigen anderer Schulformen unterrepräsentiert seien. Nur etwa 20 % der Velberter Hauptschüler sind in Sportclubs organisiert, davon 10 % in Fußballvereinen.

So lautet das Ziel der Hardenbergschule „Mehr Schüler in die Sportvereine“, und die engagierten Lehrer sind für diese Zielsetzung eine Kooperation mit der AOK Rheinland/Hamburg und dem Ministerium für Weiterbildung und Sport eingegangen. Das Ergebnis war eine Vereinsbörse, bei der Velberter Sportvereine in die Nevigeser Hauptschule kamen, um mit ihren Angeboten zu werben: „Der persönliche Kontakt ist der erste Schritt zum Abbau von Hemmschwellen“, meinte Lehrer Günter Hoffmann.

Sieben Vereine folgten der Einladung der Hardenbergschule – darunter auch Vereine wie der ASV Tönisheide, Nevigeser TV und Langenberger SG, die eine größere Bandbreite an Sportarten anbieten. „Das wechselseitige Interesse war groß“, resümiert Hoffmann. Nun gehe es daran, die interessierten Hauptschüler mit den vorgestellten Vereinen in Kontakt zu bringen. „Auf lange Sicht wünsche ich mir, dass die Vereine ihre Angebote mehr an die Bedürfnisse von Hauptschülern anpassen“, sagt der Sportlehrer. Es sei viel gewonnen, „wenn unsere Schüler ein- bis zweimal wöchentlich runterkommen vom Sofa – weg von Computer und Fernseher.“

Matthias Spruck

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Kommentare
14.09.2010
10:22
Runter vom Sofa
von erdbeereis | #1

Runter vom Sofa, kann ja vieles bedeuten ... NICHT nur Sport! Sport kann den Körper und das Sozialverhalten bilden (wobei es bei dem Sozial verhalten ja auch noch stark auf das Umfeld ankommt!!)

Kulturelle Bildung ist das Stichwort - künstlerische und kulturelle Erziehung / Aktivitäten eröffnen neue Horizonte und bilden dadurch nicht nur Sozialität, sondern auch kritischen Geist und kreatives Denken (durchaus Eigenschaften, die unsere Gesellschaft dringest braucht, meine ich!!)

http://www.kulturellebildung-nrw.de/cms/front_content.php

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