Rissiger Beton: Velbert nicht betroffen

Nicht mal ein halbes Jahr ist es her, dass die Autobahn A 535 in beiden Richtungen zwischen Tönisheide und Wuppertal nur eingeschränkt befahrbar gewesen ist. Die alten Leitplanken aus Metall kamen damals weg, neue aus Beton wurden errichtet. Auch auf dem Mittelstreifen der A 44 in Richtung Essen werden die Fahrspuren teilweise durch die kompakten Bauwerke getrennt.

Und dann das: Der Landesbetrieb Straßen NRW meldet, dass einige dutzend Kilometer dieser Betonschutzwände defekt sind, dass Risse im Beton aufgetreten sind. Norbert Cleve, Pressesprecher des Landesbetriebs und zuständig für die Velberter Autobahnen, gibt aber Entwarnung: „Die A 535 und die A 44 zwischen Hetterscheidt und Essen sind aber nicht betroffen, hier sind die Schutzwände ja noch ganz frisch.“ Aufgetreten seien die Mängel bei Bauwerken, die mindestens acht Jahre alt sind. „Hier haben wir festgestellt, dass durch Risse im Beton Wasser eingedrungen ist und so die Bewehrung rostete.“ So sei die Stabilität nicht mehr gegeben. „Einen Laster hält diese Wand dann nicht mehr unbedingt.“ An diesen Stellen gebe es nun Tempolimits: „100 für Autos, 60 für Lkw – aber nur, bis die Wände repariert sind“.

Neben Sicherheitsmängeln gibt es aber auch zunehmend Kritik an den Betonwänden: hochgefährlich für Motorradfahrer seien die und würden Wasser nicht gut ableiten. „Wir bevorzugen da allerdings kein bestimmtes System, wie uns manchmal vorgeworfen wird“, erläutert Straßen NRW-Sprecher Bernd A. Löchter. „Es wird genau abgewogen, wo wir Beton und wo wir die herkömmlichen Stahlleitplanken einsetzen.“ Denn manchmal sei es notwendig, dass die Schutzwände auf dem Mittelstreifen nicht nachgeben. „Dann wird Beton eingesetzt.“

Die Entwässerung müsse ebenfalls sorgfältig geplant werden. „Das Wasser fließt halt bei Betonwänden nicht so ab, wie bei Stahlplanken. Da braucht es genug Gullys – und die müssen dann regelmäßig gereinigt werden.“