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Musik

"Rhythmus ist die halbe Miete"

16.06.2009 | 16:44 Uhr

Improvisationskurs der Pianistin Ann-Helena Schlüter in der freien evangelischen Gemeinde.

Improvisieren muss gelernt sein, das hat der Workshop mit der gebürtigen Nürnberger Pianistin Ann-Helena Schlüter am Sonntag in der freien evangelischen Gemeinde Velbert bewiesen. Denn dort ging es darum Mut zur Improvisation und der Entfaltung seiner eigenen musikalischen Phantasie zu haben. Eingeladen waren sowohl Jugendliche als auch Erwachsene, die unter den 12 Teilnehmern letzten Endes nicht nur mit ihrer Musik sondern auch als Gruppe gut harmonierten.

Harmonie, das war ein Begriff, der von Ann-Helena oft angesprochen wurde. Wie erzeugt man Harmonie, wenn man keine Noten, was wiederum auch heißt, dass man keine Richtlinie, nach der man spielt, parat hat. Das Wichtigste sei der Rhythmus an sich, erklärt sie, wenn man im Rhythmus spiele, sei die halbe Sache geschafft, dann geht es nur noch um Einzelheiten, kleine Nuancen. Der Kurs war für alle Instrumente gedacht und in der Runde traf die Trompeten auf die Querflöte, die Gitarre auf das Akkordeon und das Klavier auf die Blockflöte. Ann-Helena Schlüter begann zunächst mit einem kurzen Einführungskurs zu den Tonleitern, bevor es erst richtig zur Improvisation kam. Die Tonarten Dur und Moll von einander zu unterscheiden hilft schon, wenn es darum geht, eine eigene Melodie aus dem Stegreif zu erfinden. Dann kann man beispielsweise unter den Stammtönen der D-Dur Tonleiter variieren. Das ist ein Trick, sich das Improvisieren leichter zu machen.

Mit der Schüchternheit hatten einige der Teilnehmer schwer zu kämpfen. In das wohlklingende Musikstück Schlüters eingreifen oder gar „falsche” Töne zu spielen, das wollte niemand. „Ich finde, falsche Töne gibt es eigentlich gar nicht. Selbst dissonante Klänge können harmonisch aufgelöst werden. Hauptsache, den Faden nicht verlieren”, sagte Schlüter. Es sei wichtig, sich von dem vermeintlichen Patzer nicht irritieren zu lassen. Die Querflöte und Trompete wies sie darauf hin, möglichst lange Töne zu spielen, das sei günstig, selbst in einer Band, im Duo oder einfach nur zu Hause, wenn man seinen Verwanden und Freunden ein Improvisationsszenarion vorspielt.

Irgendwann platzte der Knoten und ruhige Musik entstand. Mal mit einer gedehnten Querflöteneinlage, dann einem leisen Zupfen der Gitarre mit dominierender Klaviermelodie im Hintergrund. Auffällig war es, dass sich die Beteiligten auf einander einstimmen mussten. Es galt die Devise, aufmerksam zu sein und auf den Rhythmus zu achten. Besonders die Gitarre und das Klavier als Rhythmusinstrumente mussten im Einklang sein, um eine angemessene Basis für die übrigen Instrumente zu schaffen.

Ann-Helena Schlüter, ehemalige Jungstudentin der Würzburger Hochschule für Musik und weiterer auch internationaler Hochschulen, die auch seit ihrem vierten Lebensjahr von ihren Eltern in Klavier unterrichtet wurde und erste Preisträgerin des Steinway-Wettbewerbs in Hamburg ist, schien am Ende zufrieden mit ihrer Arbeit zu sein.

Katharina Erschov

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