Rathaus-Antwort sorgt für Ärger
21.01.2013 | 16:46 Uhr 2013-01-21T16:46:00+0100
Heiligenhaus. BMX-Anlage:„Verwaltung versteckt sich hinter Gesetzen“, kritisiert Anwohnerin Heike Sauerborn.
Erst ist der Regen gekommen, dann der Schnee; seitdem aber kaum jemand. Die weiße Pracht lässt die BMX-Anlage am Panoramaradweg noch etwas verwaist erscheinen. Dabei sind an dem neuen Treffpunkt für Jugendliche inzwischen die Hindernisse geliefert worden, bei besseren äußeren Bedingungen kommen also künftig die Anhänger der kleinrädrigen Bikes und üben hier jede Menge mutiger Tricks.
Heike Sauerborn wird das dann vom Garten ihres Hauses an der Gohrstraße aus genau beobachten. Gemeinsam mit zahlreichen Nachbarn hatte sie versucht, sich gegen den Bau des BMX-Parks zu wehren, weil sie dadurch Ruhestörungen befürchtet. „Warten wir mal, wenn’s wärmer wird“, sagt sie mit leichtem Zweifel in der Stimme. Die Anwohner der Gohrstraße hatten eine Unterschriftenliste erstellt, mehrfach der Stadt Schreiben geschickt, in denen sie ihre Sorgen äußerten. In einer von zwei Repliken ist der Jugendamtsleiter Thomas Langmesser auf die Bedenken eingegangen. „Ich war ja erstmal angetan, als ich überhaupt etwas von der Stadt gehört habe“, sagt Heike Sauerborn. Gleichwohl stellen weder der Inhalt der Antworten noch die bevorstehende endgültige Inbetriebnahme bei etwas mehr Sonne und höheren Temperaturen sie zufrieden.
Sie und ihre Nachbarn teilen die Sorge, dass sie zum einen durch den Geräuschpegel auf der Anlage gestört werden und zum anderen sich der Parcours zu einem Treffpunkt für abendliche Saufgelage entwickeln könne.
Keine Anwohnerbeteiligung
Dass Hinweisschilder den Nutzerkreis (nur BMX-Fahrer, keine Skater, die dort jedoch schon gesichtet wurden) und die Nutzungszeit einschränken sollen, kann sie kaum in ihren Befürchtungen beschwichtigen: „Wenn die Jugendlichen dort nicht noch Party machen, soll’s mir ja recht sein. Aber sobald ich etwas feststelle,dann gehe ich der Stadt eben auf die Nerven – damit das gar nicht erst einreißt.“
Besonders aber sorgte ein Passus in dem Schreiben für Verärgerung, wonach „bei der Errichtung von solchen Anlagen eine Beteiligung der Anwohner gesetzlich nicht vorgesehen ist“. Bürgerfreundlichkeit sehe anders aus, sagt Heike Sauerborn, denn: „Auch was gesetzlich nicht vorgesehen ist, kann man trotzdem machen. Wenn die Verwaltung sich nicht mit Dingen auseinander setzen will, versteckt sie sich hinter den Gesetzen.“
Für Thomas Langmesser sind derlei Sorgen, für die er gar teilweise Verständnis hat, nicht neu; Nebengeräusche kämen immer wieder auf, wenn ein Freizeitangebot für Jugendliche geschaffen würde: „Bei der Skateranlage In den Siepen gab es die gleichen Proteste; danach hat man allerdings nichts mehr davon gehört.“ Am Bau des BMX-Parks hätte vermutlich auch eine Beteiligung der Bürger vorab wenig geändert, „die Entfernung zum Planungsobjekt ist groß genug“, sagt der Jugendamtsleiter. Er versucht Vertrauen zu schaffen mit dem Hinweis, dass die Kollegen der Stadtwacht nach Kräften kontrollieren und bei nicht zweckgemäßer Nutzung auch Platzverweise aussprechen würden. Wie Heike Sauerborn schon sagte: „Warten wir mal, wenn’s wärmer wird.“
13:25
Zunächst einmal fragt man sich natürlich, warum die Geschichte hier im Online-Portal unter Velbert firmiert. Oder ist Heiligenhaus zwischenzeitlich eingemeindet worden? Das dürfte die Heiligenhauser bestimmt mächtig freuen...
Die betreffende Anwohnerin hat offenbar selbst keine Kinder, sonst würde sie hier nicht schon mal vorsorglich so ein Theater machen. Aber so ist er, der deutsche Wutbürger. Angebote für Kinder und Jugendliche, ja bitte, soll sich die öffentliche Hand gefälligst darum kümmern. Aber wehe, das ganze geschieht vor meiner Tür.
Es lebe St. Florian....
22:17
Auf der Panoramaseite berichtet die WAZ, dass nur rund 15 Prozent der Bundesbürger Deutschland als kinderfreundlich einstufen. Spätestens wenn ich in derselben Ausgabe dann auf der Heiligenhauser Seite den Artikel über die Anwohnerkritik an der BMX-Anlage lese, wundert mich gar nix mehr.