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Radeln steigert die Lebensqualität

18.05.2015 | 12:00 Uhr
Radeln steigert die Lebensqualität
So manche Tour von Friedhelm Ellinghaus (re.) und Robert Bruchhaus führt über den Panoramaradweg – und das zugehörige BahntrassennetzFoto: Uwe Möller

Velbert.   Mit der Rente kamen die Kilometer. Davon strampeln Robert Bruchhaus und Friedhelm Ellinghaus alljährlich so etliche tausend ab. Fast täglich unterwegs.

Mal gar nicht so leicht, mit einem Mann einen Termin zu vereinbaren, der eine schier unglaubliche Jahresfahrleistung zusammenstrampelt, wie sie viele wohl noch nicht einmal mit ihrem Pkw zusammenbekommen. „Mein Mann ist mit dem Rad unterwegs“, lautet – wiederholt – die freundliche Auskunft beim Anruf bei den Eheleuten Ellinghaus in Tönisheide. Aber schließlich klappt’s doch noch.

„Mit der Rente kamen die Kilometer“, erzählt der ehemalige Fernfahrer Friedhelm Ellinghaus (74) und zückt einen Zettel. Demzufolge waren’s 2006 18 805, 2008 sogar 22 016 und heuer sind’s bislang bereits 2687. Und Robert Bruchhaus (63), früher Industriemeister und heutzutage ebenfalls als Tourenleiter beim Velberter ADFC im Einsatz, spult pro Jahr so „9000 plus“ ab. „Im Moment mehr als mit dem Auto.“ Das macht er auf einem „Fitnessrad“ mit 30-Gang-Kettenschaltung, das „nackt“ – also ohne Beleuchtung, Schutzbleche etc. – gut 500 Euro gekostet hat. „Das Radfahren steigert einfach die Lebensqualität“, sagt er und erzählt, dass er 80 Prozent seiner Touren alleine macht. Z. B. an den Niederrhein, in den Südkreis oder längs der Ruhr. „Richtig begeistert“ ist er vom Panoramaradweg Niederbergbahn mit seinen tollen Anschlusstrassen.

Hingegen ist Ellinghaus lieber in einer kleineren Gruppe unterwegs. „Jeden Tag, wenn’s nicht regnet. Das macht keinen Bock.“ Bei Schnee und Glatteis ruht das Hobby ebenfalls. Er fährt ein „Twentyniner“-Mountainbike und alternativ ein Pedelec: „Wenn ich weiß, es sind viele Berge. Das muss ich in meinem Alter nicht mehr haben.“ Sobald es flacher werde, schalte er den Motor aus: „Sonst iss ja nix mit Muskelaufbau und Kondition.“

Beide bezeichnen sich als sportive Freizeitradler; sie schätzen es, sich selbst zu fordern und mal so richtig auszupowern. Wie würde Bruchhaus wohl jemanden für sein Hobby zu begeistern versuchen? „Radfahren ist toll. Für die eigene Gesundheit, die Kondition und eigentlich die gesamte körperliche Verfassung. So fit, wie ich jetzt bin, war ich es in meinem ganzen Berufsleben nicht.“

Rücksicht auf den Schwächsten

„Privat“ spule er im Schnitt „etwa so Tempo 23“ ab. Bei den ADFC-Fahrten gehe es mit 15 bis 16,5 Stundenkilometern etwas gemächlicher zu. „Aber man muss sich das schon zutrauen“, ergänzt Ellinghaus. Um jedoch umgehend zu beruhigen: „Wir nehmen aber immer auf den Schwächsten Rücksicht.“ Es müsse also niemand ein schlechtes Gefühl entwickeln, er behindere als Hemmschuh die gesamte Gruppe am Fortkommen.

Zigtausendfach erfahrene Praktiker wie diese beiden „Kilometerfresser“ wissen selbstverständlich auch, was wichtig ist, damit beim Radfahren Spaß und Wohlergehen nicht in Nullkommanix auf der Strecke bleiben. „Auf die richtige Radeinstellung kommt’s vor allem an“, betont Friedhelm Ellinghaus. Und meint damit, dass das Zweirad „individuell auf die Körpergröße vermessen und eingestellt werden muss“. Das gelte ganz wesentlich für die Sattelhöhe, den Vorbau inklusive Lenker sowie die „Sattellage zum Pedal“. Auf dem Sattel sitzend und komplett durchgetreten müsse die „Hacke auf der Pedale drauf sein und das Bein gerade“.

Robert Bruchhaus unterstreicht indes den Stellenwert vernünftiger Kleidung. Er empfiehlt „atmungsaktive Sportbekleidung, denn Wärme und Feuchtigkeit müssen transportiert werden können“. Das Outfit müsse allerdings nicht teuer und kein Markenfabrikat sein. Bruchhaus rät überdies dazu, ausschließlich feste Schuhe mit einer harten Sohle zu tragen. Weiter solle man Getränke mitnehmen und – für den Fall des Falles – Regenzeug.

Und schließlich legen beide Tourenradler auf etwas noch ganz (Lebens-) Wichtiges den allergrößten Wert: „Immer nur mit Helm fahren, da kann es noch so heiß sein!“

Klaus Kahle

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2015-05-18 12:00
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