Quer durch die Welt tanzen
28.07.2008 | 17:35 Uhr 2008-07-28T17:35:33+0200Wenn auch beim Tanzkursus des ASV in Tönisheide die Formation etwas auseinander gerät, so bleibt der Spaß doch erhalten
"Zum Start beginnen wir mit was Einfachem", motiviert Klaus-Dieter Hilbertz seine Tanzgruppe. Alle nehmen sich an die Hand und machen sich bereit einmal "quer durch die Welt zu tanzen". Doch bevor es losgehen kann, muss erst einmal die Rangordnung geklärt werden. Denn, wie so oft, bei Tanzkursen, sind die Männer auch hier in der absoluten Minderzahl. Gerade mal zwei Herren haben ihre Frauen zum Tanzabend beim ASV Tönisheide begleitet. Also müssen einige Frauen den männlichen Part übernehmen.
Schnell sind die Schritte erklärt und nun gibt es erst einmal eine Trockenübung - sprich ohne Musik wird die ganze Choreographie durchgeprobt. Paarweise stellen sich die zwölf Tänzer auf und zeigen, dass sie gut aufgepasst haben. Also wirft Klaus-Dieter Hilbertz beim zweiten Anlauf direkt die Musik zum "fröhlichen Kreis", dem "Circassian Circle" ein. Nun gibt er nur noch einzelne Worte im Takt der Musik hinzu: "...rechtes Bein...", "...in die Mitte...", "...wieder zurück...". Alles geht glatt und die Formation zeigt ein schönes, gemeinsames Tanzbild. Doch dann ist der Solopart der Damen dran und die Verwirrung beginnt: "War ich jetzt die Dame oder der Herr?" Fragt eine Frau irritiert, als die weiblichen Tänzerinnen in die Mitte des Kreises gehen müssen. Irgendwie ist nun etwas durcheinander gekommen - aber es geht dennoch weiter, denn jetzt werden die Herren weitergereicht: "Denken Sie dran: Die Männer wollen auch andere Frauen kennen lernen", und auf einmal gibt es mehr Männer, als eigentlich zugewiesen.
Die Formation verläuft sich ein wenig, doch Hilbertz schafft es, wieder Ordnung in die Gruppe zu bringen. Jetzt läuft alles glatt und genau mit dem letzten Takt des Liedes hat die Gruppe auch wieder in ihre Ursprungsformation zurück gefunden. Die Tänzerinnen und Tänzer applaudieren sich gegenseitig, einige mit rotem Kopf von der Aufregung, andere mit gleicher Gesichtsfarbe wegen der Bewegung.
Hilbertz erklärt sofort den nächsten Tanz. "Die Gesellschaftstänze sind damals entstanden, als die Leute noch nicht so viele Möglichkeiten hatten, sich kennenzulernen. Deshalb werden die Damen auch immer durchgereicht - so dass jeder mal jede Frau an seiner Seite hatte."
Damit nun auch endgültig geklärt ist, welche Frauen nun den Herren spielen, bekommen sie "Krawatten" um den Hals gelegt. Es sind helle Bändchen aus der Stricklisl, die nun unmissverständlich klar machen, dass der Schlipsträger auch der männliche Part ist. Da nun das kleine Chaos geklärt ist, geht es auch beim zweiten, bedeutend anspruchsvolleren Tanz, gänzlich sortiert zu. Und dank der Musik kommt richtig Schwung in die Gruppe - die Schritte werden nicht einfach nur gegangen, sondern locker aus der Hüfte getanzt. Kleinere Kollisionen beim Rpckwärtsgehen werden mit einem Lachen abgetan und mit taktender Stimme vom Tanzlehrer korrigiert.
Nach den beiden Tänzen gibt Hilbertz seinen Tanzschülern die Chance, ein wenig zu verschnaufen und erklärt ein wenig die Therorie. "Die Schritte, die Sie jetzt gelernt haben, sind die Grundlage für alle Tänze. Zudem sollten Sie darauf achten, dass es zwei unterschiedliche Handpositionen gibt." Und noch etwas ist ganz wichtig - insbesondere auf der Herrenpostion: "Sie dürfen das Lächeln nicht vergessen."
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