Publikum beklatscht „Grenzfälle“

Das Musical „Grenzfälle“ der Kunst- und Musikschule feierte jetzt im Forum Premiere.
Das Musical „Grenzfälle“ der Kunst- und Musikschule feierte jetzt im Forum Premiere.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
23 Jugendliche der Musik- und Kunstschule führen im Forum ihr neues Musical auf. Zuschauer belohnen sie dafür mit stehenden Ovationen.

Velbert..  Im Theatersaal des Forums ist es still, der Vorhang ist geöffnet, die Plätze sind leer. Hinter der Bühne jedoch geht es zu wie im Taubenschlag. In wenigen Stunden beginnt die Premiere des selbstgeschriebenen Musicals „Grenzfälle“, das die Musik- und Kunstschule mit 23 jugendlichen Darstellern und Orchester aufführt – und vorher gibt es noch einiges zu tun.

In der Maske riecht es nach Haarspray, vor den Spiegeln stapeln sich Pinsel und Schminke. Darstellerin Laurie Blank wartet darauf, für ihre Rolle geschminkt zu werden. Neben ihr sitzt Schlagzeuger Pascal Höffmann und schaut zu. Noch ist bei beiden keine Aufregung zu spüren. „Das beginnt meist kurz vor dem Auftritt“, sagen sie. Pascal fügt hinzu: „Ich sitze ja gleich im Orchestergraben, da guckt mich eh keiner an.“

Celina Bangert hat die Maske schon hinter sich und ist in ihr Kostüm geschlüpft – ein Kleid aus dickem grünem Stoff. Sie erzählt: „Es ist leichter, sich in eine Rolle hineinzuversetzen, wenn man das Kostüm anhat.“ Noch während sie spricht, ertönt eine Durchsage aus den Lautsprechern. Alle Darsteller werden zum Gesangs-Warm-up gebeten. Ein geschäftiges Durcheinander beginnt, als die Jugendlichen der Aufforderung folgen.

Zeit für Produktionsleiterin Denise Derkum einen Moment durchzuatmen. Als Kind stand sie selbst auf der Bühne und weiß, wie sich die Jugendlichen fühlen. Als Leiterin entdecke sie immer neue Dinge, die man als Teilnehmer nicht mitbekomme. „Es steckt viel Organisation in so einem Stück. Da muss man die Fäden zusammenhalten.“ Unterstützt werde sie von einem „super“ Team, zu dem auch Theaterpädagogin und Regieleiterin Ute Kranz gehört. Sie hat mit den Darstellern nicht nur an der Schauspielerei, sondern auch an den Texten gefeilt. „Dabei mussten wir Passagen, die schon auswendig gelernt waren, streichen“, sagt sie. „Aber die Jugendlichen konnten das nachvollziehen. Das ist das Schöne an dem Ensemble, hier sind alle so uneitel.“

Spiel mit Witz und Biss

Mittlerweile stehen die Zeiger der Uhr auf kurz vor acht. Der Vorhang wurde geschlossen, angeregte Gespräche erfüllen den Zuschauerraum. Darsteller und Musiker atmen ein letztes Mal durch. Dann geht das Licht aus, der Vorhang öffnet sich und der Auftritt beginnt.

Mit Witz und Biss setzt das Ensemble die Komplikationen und Freuden nachbarschaftlicher Beziehungen in einem Kleingartenverein in Szene. Die Mieter der Parzellen könnten unterschiedlicher nicht sein, diskutieren über Heckenhöhen oder versuchen sich im Wettbewerb um Deutschlands schönsten Garten auszustechen. Oft landet ein Streit vorm hohen Gericht. Ganz nebenbei kocht es in der Gerüchteküche – so werden der Neuen geheime Machenschaften unterstellt. Doch am Ende zeigt sich dann, wer wirklich Übles im Schilde führt. Und die Schrebergärtner merken schließlich, dass sie eigentlich doch eine Gemeinschaft sind. Die selbstgeschriebenen Texte und Lieder kommen an, werden mit Standing-Ovations am Ende des Stückes belohnt.