Preisgekrönt in die Sommerferien

Foto: frei
Was wir bereits wissen
Elf Achtklässler drehten im LWL-Römermuseum Haltern einen Film in lateinischer Sprache. Mit Erfolg: „Media Nocte in Museo“ belegt beim Bundeswettbewerb den zweiten Platz in NRW.

Langenberg/Haltern..  Mit so einem Erfolg im Gepäck hat man sich die Sommerferien doppelt verdient: Beim bundesweiten Wettbewerb „Fremdsprache Latein“ schafften es elf Schüler der 8. Klasse des Gymnasiums Langenberg jetzt auf Platz zwei aller Schulen in NRW. Die Jury waren von ihrer Idee begeistert: Gemeinsam mit Lehrerin Britta Fromme hatten die Schüler einen Film gedreht – in lateinischer Sprache. Titel: „Media Nocte in Museo.“

Oder, auf Deutsch: „Nachts im Museum“. Diesen Film als Vorlage für ihren eigenen zu nehmen, hatte für die elf Schülerinnen und Schüler des Lateinkurses schnell festgestanden, nachdem sie sich beim Bundeswettbewerb in der Kategorie „Team“ angemeldet hatten.

Und zunächst wurde dem Team dabei einiges abverlangt – auch über den normalen Unterricht hinaus: Woche für Woche traf man sich freitagnachmittags, um das Filmprojekt vorzubereiten. Da wurden Ideen gesammelt, der Inhalt des Filmes diskutiert, ein Drehbuch erarbeitet, die Rollenverteilt, die zunächst deutsch geschriebenen Dialoge ins Lateinische übersetzt und anschließend auswendig gelernt.

Material für einen 45-Minüter

Richtig spannend wurde es jedoch, als sich das Filmteam nach einem „Set“, einem geeigneten Drehort umsah. Und dann geschah das, worauf zunächst niemand in der Filmcrew wohl zu hoffen gewagt hätte: Das Römermuseum des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) in Haltern erlaubte den Langenberger Filmemachern nicht nur, in den Museumsräumen zu drehen. Es wurde sogar einen Tag lang eigens für die Schüler geöffnet, die sich zudem auch noch im Fundus des Museums mit römischer Kleidung und anderen Requisiten ausstatten durften.

Für die Rahmenszenen durfte man anschließend noch das Wohnzimmer vom Familie Höpken-Peters nutzen – dann waren alle Bilder für „Media Nocte in Museo“ im Kasten. Das heißt: Eigentlich hatte man sogar viel zu viel Rohmaterial abgedreht. „Wir hätten sich genug Stoff für einen 45-minütigen Film gehabt, wir durften allerdings nur einen Film von zehn Minuten Länge als Wettbewerbsbeitrag einsenden“, so Britta Fromme.

Und so begann dann die Arbeit für den „Cutter“: Fritz Anuth,.Schüler des Französischkurses, hatte sich bereiterklärt, den Film für die Latein-Kollegen zu schneiden – mit Vor- und Abspann und Filmmusik unterlegt.

Schließlich konnte er dann fix und fertig eingereicht werden – der Film über den alten Museumswächter des Römermuseums Haltern am See, der aufgrund seines Alters seine Nachfolge regeln muss und das Geheimnis des Museums an seinen Nachfolger weitergibt. In einem Rückblick erinnert er sich an seinen ersten und zweiten Arbeitstag. Als er plötzlich lateinisch sprechend mit mythischen und historischen Figuren redet, Konflikte löst und Leben rettet.

Zwei Urkunden und 150 Euro für die Klassenkasse nahmen die Schüler für ihren tollen Film entgegen, als in Voerde die Preisverleihung stattfand, an der sogar Vertreter der Landesregierung teilnahmen. Das wohl größte Lob aber kam von der Lehrerin: „Die Schülerinnen und Schüler haben so viel Zeit und Energie mitgebracht, hatten so unglaublich viele gute Ideen – ich bin mehr als begeistert“, so Britta Fromme.