Präses würdigt Hospiz-Mitarbeiter in Niederberg

Präses Manfred Rekowski (2.v.r.) besucht auf dem Dönberg das Hospiz Wuppertal-Niederberg an Heiligabend, um den Mitarbeitern für ihren Einsatz zu danken.
Präses Manfred Rekowski (2.v.r.) besucht auf dem Dönberg das Hospiz Wuppertal-Niederberg an Heiligabend, um den Mitarbeitern für ihren Einsatz zu danken.
Foto: FUNKE FOTO SERVICES
Was wir bereits wissen
Manfred Rekowski zu Besuch im Hospiz Wuppertal-Niederberg. Der aktuellen Sterbehilfe-Debatte, an der auch sein Vorgänger Nikolaus Schneider mit einem persönlichen Beitrag beteiligt war, stellt er den Leitsatz „Leben bis zum Schluss“ entgegen

Wuppertal/Niederberg..  Gestorben wird auch am Tag der Geburt Jesu. Überall auf der Welt, auch im Christlichen Hospiz Wuppertal-Niederberg auf den Höhen des Dönbergs. Am frühen Heiligabendmorgen ist hier eine 62-jährige Frau friedlich entschlafen, im Eingangsbereich des Sterbehauses macht eine Notiz mit Namen, Geburts- und Sterbetag auf den Abschied des Gastes aufmerksam.

An diesem 24. Dezember wird im Hospiz hoher Besuch erwartet: Präses Manfred Rekowski, seit 2013 Oberhaupt der evangelischen Rheinischen Landeskirche, richtet dankende Worte an die hauptamtlichen und ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter der Einrichtung. „Mit meinem Besuch dieser ökumenischen Einrichtung möchte ich daran erinnern, dass Gott auch an diesem Ort zur Welt kommt.“ Der Dienst im Hospiz sei nicht leicht, aber dennoch erfüllend, sagte Rekowski.

Der Präses betonte, gerade vor dem Hintergrund der Sterbehilfe-Debatte verdiene die Hospiz-Einrichtung Aufmerksamkeit – „Ihre aufopferungsvolle Arbeit muss der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden“, betonte der Präses. „Zum Leben gehören nicht nur Hoch-Zeiten, sondern auch Tiefen – zum Leben gehört auch das Sterben. Der Leitsatz ,Leben bis zum Schluss’ prägt die Arbeit vieler Hospizdienste und die Atmosphäre der stationären Hospize“, so Rekowski.

Das Christliche Hospiz Wuppertal-Niederberg wurde 2007 eröffnet – maßgeblich hatte die Wuppertaler Werner-Jackstädt-Stiftung finanziell zum Gelingen des Projektes beigetragen. 90 Prozent des jährlichen Etats stehen sicher zur Verfügung, „bei den verbleibenden 120000 Euro sind wir auf Spenden angewiesen, was eine sichtbare Präsenz in der Öffentlichkeit notwendig macht“, erläutert Karin Kliche, die Leiterin des Hospizes.

Mit großem Aufwand in der Pflege, aber auch bei der menschlichen Zuwendung wird an der Höhenstraße 64 gearbeitet. 25 Pfleger sind angestellt, die von 35 ehrenamtlich Tätigen unterstützt werden.

Ein bis zwei Wochen Wartezeit

Voll ausgelastet werden hier zwölf Gäste betreut, die Wartezeit für einen der begehrten Plätze liegt bei ein bis zwei Wochen. „Das klingt kurz, viele der Interessenten für ein Zimmer haben aber auch nicht mehr lange zu leben“, sagt Kliche. Bei rund einem Monat liegt die durchschnittliche Verweildauer.