Post-Streik betrifft auch Velberter Verbraucher

Briefe zur Auslieferung stapeln sich,
Briefe zur Auslieferung stapeln sich,
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Der Streik der Post wird noch einige Zeit dauern. Die Verbraucherzentrale Velbert gibt Tipps, was man in der Zeit beachten sollte.

Velbert..  Die Zeiten, in denen ein Großteil der Korrespondenz per Brief erledigt wurde, sind längst vorbei. Trotzdem ist der Poststreik für viele spürbar. Egal ob Kündigung oder Bewerbungsschreiben – besonders, wenn Briefe pünktlich ankommen müssen, können Verzögerungen unangenehme Folgen haben.

„Ein klassisches Beispiel ist die Kündigung“, erklärt Andreas Adelberger, Leiter der Verbraucherzentrale in Velbert, „denn der Absender ist für den rechtzeitigen Zugang des Schreibens verantwortlich.“ Wer zum Beispiel seinen Handyvertrag kündigen will, müsse sicherstellen, dass die Kündigung auch rechtzeitig ankommt. „Ich würde darum dazu raten, andere Versendungsarten in Betracht zu ziehen“, so Adelberger, „und je nachdem, welche Kosten bei Vertragsverlängerung auf mich zukommen auch einen größeren Aufwand nicht scheuen.“

Beweislast liegt beim Verbraucher

Neben der Versendung per Post oder privater Briefdienste empfiehlt er darum, den Brief „ganz analog“ selbst zum Adressaten zu bringen. „Denn immer, wenn eine Originalunterschrift nötig ist, genügen Fax oder E-Mail nicht“, so der Verbraucherschützer.

Keine Folgen hat der Streik hingegen für Verbraucher, wenn im Internet bestellte Waren zurückgesandt werden muss. Die zweiwöchige Widerrufsfrist, die jeder Verbraucher beim Kauf vom gewerblichen Onlinehändler hat, beginnt erst, wenn die Ware zuhause angekommen ist. Wer alles innerhalb von zwei Wochen zurückschickt, hat die Frist gewahrt. „Hier reicht die rechtzeitige Absendung“, so Adelberger. Aber: „Den Rücksendeschein sollte man aufbewahren, am besten auch kopieren.“, so der Jurist, denn beweisen können müsse das rechtzeitige Abschicken im Zweifelsfalle der Verbraucher.

Kompliziert kann es schon mal werden, wenn Ware im Internet bestellt wurde. Vor allem, wenn diese zu einem festen Zeitpunkt benötigt wurde, kann der Streik bei Verbrauchern für Unmut sorgen. „Eine Dame beschwerte sich, sie erhalte ihre Programmzeitschrift jetzt immer zu spät“, erzählt Adelberger, „am falschen Tag kann sie mit der natürlich nichts mehr anfangen.“

Weiterhelfen kann er in einem solchen Fall allerdings nicht. „Das ist natürlich ärgerlich, aber für die rechtzeitig Zusendung haftet die Post nicht“, stellt er klar, Schadensersatz von der Post könne daher nicht verlangt werden. „Und auch, was den Absender angeht, genügt die rechtzeitige Absendung.“

Was passiert mit Strafzetteln?

Noch ungeklärt ist bislang, welche Folgen drohen, wenn ein Strafzettel wegen Falschparkens nicht rechtzeitig bezahlt wird. Probleme habe es zwar seit Streikbeginn noch nicht gegeben, weiß Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach, doch für den Fall, dass wegen streikbedingter Verzögerungen Mahngebühren fällig werden, garantiert er Kulanz: „Natürlich muss der Strafzettel bezahlt werden, aber was die Fristen angeht, handeln wir bürgerfreundlich.“