Polizei verzeichnet in Velbert mehr Unfälle als noch 2013

Eine der Hauptursachen für Unfälle ist die „Nutzung moderner Unterhaltungselektronik“ am Steuer. So umschreibt die Polizei die Nutzung von Handys, Navigationsgeräten oder Tablets während der Fahrt.
Eine der Hauptursachen für Unfälle ist die „Nutzung moderner Unterhaltungselektronik“ am Steuer. So umschreibt die Polizei die Nutzung von Handys, Navigationsgeräten oder Tablets während der Fahrt.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Kreispolizei Mettmann hat die aktuellste Verkehrsunfallstatisitk vorgelegt. Während im Kreis Mettmann die Zahlen zurückgehen, hat Velbert zugelegt.

Velbert..  Nach Landes-Innenminister Jäger hat nun auch der Kreis Mettmann die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2014 vorgelegt. Und es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute vorweg: Im Gegensatz zum Landestrend ist die Zahl der Unfälle im gesamten Kreis Mettmann um 2,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2013 zurückgegangen. In Absoluten Zahlen heißt das, dass es insgesamt 12 757 Verkehrsunfälle gegeben hat. Die schlechte Nachricht: In Velbert hat es gleich 186 Mal mehr gekracht, als noch im Jahr zuvor – ein Zuwachs von 9,3 Prozent auf 2191 Unfälle.

Statistische Ausreißer nicht erklärbar

„Eine bestimmte Erklärung für die erhöhten Unfallzahlen in Velbert haben wir aber nicht“, sagt Thomas Decken. „Die Werte im Kreis Mettmann sind insgesamt so niedrig, dass es da schwer ist, solche Ausreißer zu erklären“, erläutert der Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizei Mettmann. „Außerdem ist Velbert sonst eher eine ruhige Kommune, die haben halt jetzt mal aufgeholt“, fügt er an. Erfreulich an der Statistik ist aber, dass es weniger Unfälle mit Kindern gegeben hat (27, im Jahr 2013 waren es noch 34), gleiches gilt für Senioren (128, 2013: 136). Dafür waren nun mehr junge Erwachsene an Unfällen beteiligt (137; 2013: 113).

Dass der Kreis so gut dasteht – in NRW legt nur das Polizeipräsidium Hagen ähnlich gute Zahlen vor – will Thomas Decken aber nicht hauptsächlich der Arbeit seiner Behörde zuschreiben. „Da gehören auch viel Glück und günstige Umstände dazu, etwa, dass wir im Jahr 2013 nur einen Toten zu beklagen hatten.“

Ein gängiges Klischee widerlegte Thomas Decken gleich mit: Immer wieder heißt es, besonders Fahranfänger und junge Fahrer würden Unfälle verursachen. Doch das stimmt nicht: „Die Hauptverantwortlichen für Unfälle sind zwischen 25 und 64 Jahren alt, also in der Regel Autofahrer, die schon über etwas Erfahrung verfügen.“ Als Hauptursachen für Unfälle hat die Polizei unter anderem die gestiegene Zahl an zugelassenen Autos oder das schöne Wetter im Frühjahr 2014 ausgemacht. Außerdem würden die Menschen viel öfter mit dem Auto fahren, als früher.

Aber: „Stark zugenommen hat die Nutzung von moderner Unterhaltungselektronik während der Fahrt“, beschriebt Decken. Heißt: „Handys, Navigationsgeräte werden bedient, sogar Kopfhörer werden aufgesetzt.“ Hier sieht die Polizei Bedarf zur Aufklärung, „deswegen wird das ein Schwerpunkt unserer Kampagnen in diesem Jahr werden.“ Denn: „Wer etwa durch sein Handy nur zwei Sekunden abgelenkt ist, legt bei 50 km/h rund 30 Meter zurück“, sagt Thomas Decken. „Da kann viel passieren.“