Polizei in Velbert warnt vor Tätern an der Tür

Es ist kein Ausdruck von Unhöflichkeit, wenn man beim Klingeln von Unbekannten die Tür nicht weit öffnet und zunächst nachfragt, was gewünscht wird – ohne die Person einzulassen.
Es ist kein Ausdruck von Unhöflichkeit, wenn man beim Klingeln von Unbekannten die Tür nicht weit öffnet und zunächst nachfragt, was gewünscht wird – ohne die Person einzulassen.
Foto: IMAGO
Was wir bereits wissen
Die Kreispolizei Mettmann warnt vor Einbrechern und gibt Ratschläge. Hintergrund ist der Fall einer 84-jährigen velberterin, die ausgeraubt wurde.

Nur einmal kurz in die Wohnung kommen, um jemanden anzurufen, wegen einer Informationsbeschaffung oder Vortäuschen von Amtspersonen- und Handwerkereigenschaften – das sind nur ein paar von vielen Methoden, die Trickdiebe benutzen, um in die Wohnung ihrer Opfer zu gelangen.

Sowie am Beispiel einer 84-jährigen Velberterin, die am vergangenen Freitag Opfer einer solchen Tat wurde. Ein Unbekannter klingelte an der Tür der Seniorin, um sich über eine zum Verkauf stehende Wohnung in der Umgebung zu erkundigen. Bereitwillig ließ die Dame den Mann in ihre vier Wände. Dabei bemerkte sie nicht, dass dieser die Wohnungstür aufgelassen hatte. Während er die Frau im Gespräch ablenkte, nutzte ein Komplize die Situation, um sich heimlich Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Der Hilfesuchende hatte es daraufhin auch ganz eilig die Wohnung zu verlassen. Als die Geschädigte den Diebstahl bemerkte und die Polizei alarmierte, waren die Täter schon längst über alle Berge.

Laut Zeugenaussage ist der Hilfesuchende ausländischer Herkunft, vermutlich Türke, ca. 40 bis 50 Jahre alt, von der Statur ca. 180 cm groß mit stabiler Figur und hat schwarze, krause Haare. Vom Komplizen fehlt eine Beschreibung, da die Rentnerin ihn nicht sehen konnte. Der Wert der erlangten Beute schätzen die Ermittler auf ungefähr 1000 Euro.

„Täter nutzen Emotionen bei ihrem Vorgehen und signalisieren Hilfsbedürftigkeit“, sagt Karsten Ingenhoven vom Aktionsbündnis Seniorensicherheit Mettmann (ASS!) und weiß, dass gerade Rentner diejenigen sind, die in solchen Fällen eher bereit sind Einlass zu gewähren.

Wie sollte man sich verhalten?

Deshalb warnt die Kreispolizei gerade Senioren, unbekannte Personen unkontrolliert einzulassen: „Das Ziel der Täter ist es, in die Wohnung zu gelangen. Man sollte das vermeiden“, sagt der Opferschutzbeauftragte Frank Bons und verweist darauf, dass man sich vor dem Öffnen der Tür vergewissern sollte, mit wem man es zu tun hat; „ein Blick durch den Türspion oder aus dem Fenster oder das Benutzen der Türsprechanlage sind gute Handlungsmethoden“, sagt Bons, der beider Kreispolizei arbeitet. Die Tür sollte dann immer am besten erst mit vorgelegtem Sperrbügel öffnen: „Misstrauen ist in diesem Fall keine Unhöflichkeit und man kann Personen auch durch einen kleinen Spalt hinweg weiter helfen“, weiß Ingenhoven.

Im Zweifel soll man sich einen Ausweis zeigen lassen und gegebenenfalls bei dem vermeintlichen Auftraggeber die Richtigkeit des Besuchs klären, empfiehlt Ingenhoven.