Organisationen helfen Flüchtlingen mit Kleiderspenden

Nachschub ist stets willkommen: Die ehrenamtlichen  Mitarbeiterinnen Marlie Otterbeck (l) und Käthe Kroschinskt (r) sortieren in der DRK-Kleiderkammer die Spenden.
Nachschub ist stets willkommen: Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Marlie Otterbeck (l) und Käthe Kroschinskt (r) sortieren in der DRK-Kleiderkammer die Spenden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Zahlreiche Organisationen in Velbert bieten Flüchtlingen ihre Hilfe an: Mit Kleidung, Wäsche und Möbeln helfen die Ehrenamtlichen, doch auch ihr emotionaler Beistand ist nicht selten gefragt

Velbert.  „Flüchtlinge kommen oft mit gar nichts“, so die Erfahrung von Evi Riechert, Verwalterin der Kleiderkammer des DRK Ortsvereins Velbert Mitte e.V. So undenkbar die Vorstellung, nicht mehr als die Sachen zu besitzen, die man am Leib trägt, für die meisten ist, so real ist sie für viele Flüchtlinge. Zahlreiche Organisationen in Velbert bieten darum ihre Hilfe an: Mit Kleidung, Wäsche und Möbeln helfen die Ehrenamtlichen, doch auch ihr emotionaler Beistand ist nicht selten gefragt. Schließlich haben die Asylsuchenden auf ihrer Flucht nach Deutschland meist Schlimmeres erlebt, als nur den Verlust ihres Hab und Guts.

Schnelle unbürokratische Hilfe

„Eine Mutter, die bei uns war, fing plötzlich an zu weinen“, erinnert sich Reinhard Leistner vom „House of all nations“, unter dessen Dach die Kleiderkammer „Jacke wie Hose“ in der Offerstraße betrieben wird, „es stellte sich dann heraus, dass zwei ihrer drei Kinder noch im Kriegsgebiet sind.“ Zuspruch habe zumindest trösten können, vor allem aber habe man die Familie mit dem nötigsten an Kleidung versorgt. „Sie hatte ja nicht mal einen Koffer“, so Leistner. Den habe sie natürlich bekommen – genau wie einen Teddybären für ihr Kind, „es ist schön, wenn man schnell mit solchen praktischen Sachen helfen kann.“

Damit in Velberts Kleiderkammern auch in Zukunft noch jeder fündig wird, sind sie auf die Spenden der Velberter angewiesen – auch wenn ein vermehrter Zulauf von Flüchtlingen bislang nur vereinzelt spürbar ist. „Der Bedarf an Kleidung, Handtüchern und Bettwäsche ist aber immer da“, weiß Riechert, die darum für die vielen Spenden dankbar ist. Bettwäsche werde stets nachgefragt, auch Kleidung für Kinder und Jugendliche.

Fahrräder und Kinderwagen

Ähnlich ist die Lage im „Klamottenstübchen“ der AWO: „Auch wenn der Bedarf im Moment nicht gestiegen ist, können wir Kinderkleidung und Schuhe immer gebrauchen“, weiß Ingeborg Schönenberg. Wer neben Kleidung und Wäsche auch Möbel braucht, wird in der Offerstraße fündig. „Uns fehlen derzeit vor allem Fahrräder und Kinderwagen“, weiß Leistner. Weil die Kleiderkammer auch Begegnungsstädte sein will, sehen sich die Mitarbeiter zur Zeit besonders in der Pflicht. „Unser Ziel ist es, öfter zu öffnen“, so Leistner. Und auch wer im Gebrauchtwarenhaus des „Bepro“ auf Möbelsuche geht, wird mit mehr als nur dem Nötigsten versorgt. „Wir wollen eine schöne Einkaufsatmosphäre schaffen“, erklärt Betriebsleiter Carsten de Vries, „jeder soll sich bei uns wohlfühlen.“