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Turmfalken

Nur noch ein Zimmer frei

04.08.2010 | 18:33 Uhr
Nur noch ein Zimmer frei
Turmfalken-Küken im Turm der Christuskirche in Velbert

Velbert. Es hat das Velberter Turmfalkenpärchen nicht viel Zeit und Überlegungen gekostet, um das eigens für sie reservierte Zimmer im Kirchturm der Christuskirche für sich zu beanspruchen.

Auf mietfreier Basis versteht sich. Kaum war der Brutkasten erbaut und am 20. März aufgestellt, war er prompt auch schon belegt. Das Pärchen zögerte nicht lange und sorgte gleich für Nachwuchs: Mitte bis Ende Mai erfolgte die erste Eiablage. Wenn sie schon ein Zimmer belegen, dann aber richtig.

„Es ist der Wahnsinn, wir haben nicht damit gerechnet, dass der Kasten so schnell genutzt wird“, sagt Peter Böhme. Sein Resümee: „Die Turmfalken haben also nach einem Unterschlupf gesucht und uns gibt es die Gewissheit, dass das Projekt „Lebensraum Kirchturm“ sehr sinnvoll ist“. Am siebten Juli waren die Jungtiere eine Woche alt und mussten noch durch ihre Eltern versorgt werden. Zwei Wochen werden sie von den Alttieren gefüttert, dann sind sie flügge.

Auf der Brüstung der Christuskirche, dort wo einst die Posaunen ertönten, wurde die Familie von interessierten Bürgern entdeckt. Von den Kleingärten aus der Anlage und Anliegern der Oststraße wurden die Tiere gesichtet. Frank Todt, Leiter der Nabu-Ortsgruppe Velbert und Peter Böhme, gewappnet mit einem Spezialfernglas, haben die Familie genauer inspiziert. Ungefähr 17 bis 20 cm groß sind die Jungtiere und schon nach vier Wochen flugfähig. Ab dem zweiten Lebensjahr beginnen sie selbst zu brüten, recht früh, wenn man bedenkt, dass die Tiere bis zu zwölf Jahren alt werden können. Die Idee, die Christuskirche als Lebensraum für Turmfalken zu nutzen, hatte Peter Böhme bei seiner Turmbesteigung entwickelt: „Ich habe die zwei Fenster der Kirche gesehen und wusste, dass sie gut für einen Brutkasten geeignet wären“, sagt er. Schön sei es auch, dass die Kirche nun dahinter steht. Man sei schließlich skeptisch gewesen, ob die Tiere die schöne Kirche nicht doch verdrecken würden.

Findet ein Turmfalke keinen Brutkasten, legt er seine Eier in eine Mauernische. Alte Scheunennischen wären aber auch eine gute Alternative dazu. „Die meisten machen die Fassaden allerdings dicht und nehmen den Tieren eine Wohnmöglichkeit mehr“, erklärt Böhme. Eine Trumfalken-Wohnung in der Jugendherberge Velbert steht noch frei. Aber wie lange noch?

Katharina Erschov

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