Null Chancen für Handyschummler in Velbert

Während der Abiturprüfungen gilt es für die Schüler, strenge Regeln zu beherzigen.
Während der Abiturprüfungen gilt es für die Schüler, strenge Regeln zu beherzigen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Abitur 2015: Selbst Telefonklingeln aus der Schultonne könnte während der Prüfungen als arglistige Täuschung gewertet werden. Die WAZ fragte nach, wie vorgebeugt wird.

Velbert..  Wer glaubt, er könnte sich durch ein besonders leistungsfähiges Handy bei den zurzeit laufenden Abiturprüfungen einen Vorteil verschaffen, könnte enttäuscht werden. So sieht die Abiturverfügung 2015 des Schulministeriums ein generelles Verbot elektronischer Kommunikationsmittel oder Geräte zur Speicherung von Daten vor. Wie das umgesetzt wird, ist von Schule zu Schule unterschiedlich.

Toilettengänge werden protokolliert

An der städtischen Gesamtschule Velbert-Mitte gilt, wie Oberstufenleiterin Birgit Wörffel betont, die Regel: „Das Handy sollte gar nicht erst mit in die Schule gebracht werden.“ Selbst wer dieses Gebot vergessen haben sollte, hat wenig Chancen, während der Klausuren an Hilfe durch sein Smartphone zu gelangen: „Während der Prüfungen werden Jacke und Taschen im hinteren Teil der Aula deponiert, geschrieben wird dann im vorderen Bereich.“ Während der Klausuren ist laut Wörffel das Tragen einer leichten Sommerjacke erlaubt, eine schwere Winterjacke dagegen ebenfalls im hinteren Teil der Aula zu deponieren. Aus Erfahrung weiß die Oberstufenkoordinatorin, dass gerade Jungen häufig ihr Portemonnaie hinten in die Hosentasche stecken, aber selbst dort irgendwo dazwischen ein elektronisches Gerät zu verstecken, ist an der Gesamtschule nicht möglich: „Wir lassen vor den Klausuren die Taschen leeren.“ Nun kennt jeder den Fall, wo während normaler Klausuren plötzlich das Handy klingelt. Für die Abiprüfungen schließt Wörffel dies aus: „Unsere Abiturienten sind in dieser Ausnahmesituation sehr folgsam und regelkonform, schließlich wollen sie doch gute Noten machen.“

Am Berufskolleg Bleibergquelle hat man bereits während der Klausuren vor dem Abitur den Umgang mit den Handys geübt: „Die werden bei uns vorne abgeben, dort kann die Kollektion dann bewundert werden“, erläutert der stellvertretende Schulleiter Ingo Knops. Schülern, die über Zweit- oder Dritthandys verfügen – und das sei nicht eben selten –, rät Knops, diese besser zu Hause zu lassen: „Schon das Klingeln von Geräten, die noch in Taschen stecken, könnte dann als arglistige Täuschung gewertet werden.“ Weil die Schule klein ist, liegen während der Abiklausuren auch nur bis zu 25 Handys vorne auf dem Pult.

Auch Versuche, auf anderen Wegen zu besseren Noten zu gelangen, dürften durch Vorsichtsmaßen am Berufskolleg erschwert werden: „Zum einen wird das Papier für die Prüfungen ausgeteilt und Toilettengänge werden genau protokolliert. Darüber hinaus dürfen auch nur die speziell dafür vorgesehenen aufgesucht werden.“ Das Protokoll der Besuche der Örtlichkeiten gilt übrigens auch an der Gesamtschule, wo Oberstufenleiterin Wörffel zudem auf die Abituraufsichten setzt: „Die beobachten die Schüler sehr aufmerksam beim Schreiben.“