Notdienst-Praxen in Frage gestellt

Was wir bereits wissen
Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) will 43 von 84 schließen. Was mit der zentralen Anlaufstelle in Velbert wird, ist noch unklar. Am Freitag will die KVNO Details bekannt geben.

Düsseldorf/Velbert..  Wenn man mal außerhalb der normalen Sprechzeiten einen Arzt braucht, gibt es, um nicht direkt die Notaufnahme zu bemühen, in Velbert die zentrale Notdienstpraxis am Klinikum Niederberg.

84 Notdienstpraxen gibt es im Reich der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) zwischen Kleve und Euskirchen, Heinsberg und dem Oberbergischen Kreis. Doch die KVNO hat am Mittwoch beschlossen, dass künftig nur noch 41 Notfalldienstpraxen im Landesteil vorgehalten werden sollen.

Welche der 43 als entbehrlich eingestuften Praxen geschlossen werden sollen, ist noch nicht bekannt. Über einzelne Praxis-Standorte sei am Mittwoch noch nicht entschieden worden, teilt die KVNO mit. Für heute ist eine Pressekonferenz in Düsseldorf angekündigt.

Auch die Notdienstpraxis Velbert selbst weiß noch nicht, ob sie zur Debatte steht, sagte sie der WAZ.

Wenn sie schließen müsste, würde das zu einem höheren Patientenaufkommen in der Notaufnahme am Klinikum führen. Weil dort nach der Schwere der Erkrankung behandelt wird, stünden für Notdienst-Kandidaten lange Wartezeiten zu befürchten, erklärt Klinikums-Sprecherin Ulrike Müller. Genaueres wisse man zwar erst, wenn gegebenenfalls erste Erfahrungen damit vorliegen. Generell jedoch, sagt Müller, sei die Notaufnahme sehr gut ausgelastet und wäre es eine ziemliche Mehrbelastung, wenn jetzt noch Notdienst-Kandidaten etwa aus Ratingen hinzukämen.

In ihrer Begründung der Neu-Strukturierung führt die KVNO u.a. „strukturelle Defizite der derzeitigen Notdienstversorgung“ an, und unter „honorarpolitische Gründe“ heißt es: „Es ist zu vergegenwärtigen, dass die Mittel für die vertragsärztliche Versorgung begrenzt sind und der wesentliche Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung die so genannte Regelversorgung ist. Die Regelversorgung ist das, was wir täglich in unserer Sprechstunde leisten.“