Noch ein wenig schüchtern
10.08.2007 | 13:49 Uhr 2007-08-10T13:49:34+0200Zwölf neue Schützlinge bei der musikalischen Früherziehung.Die Mütter haben ganz augenscheinlich selber viel Spaß an dem Unterricht
"Die Musik ist in aller Munde", so begrüßt Manfred Hagling seine zwölf neuen Schützlinge der musikalischen Früherziehung im Musikalischen Erlebniszentrum. Die Schüler im Alter von etwa vier Jahren sind anfangs noch ein wenig schüchtern. Aber die Mamis sind dabei und ermuntern ihre Kleinen dazu, mitzumachen. Nach und nach fühlen sich die Kinder sicherer und stellen sich in einer Reihe auf. Einige beobachten das Geschehen doch lieber noch von den Sitzplätzen und vom Schoß ihrer Mutter aus.
Manfred Hagling und seine Frau haben die heutige Stunde schon vorbereitet. Während Brigitte Hagling die ersten Töne auf der Gitarre anspielt, erklärt Manfred Hagling seinen kleinen Sängerinnen und Sängern, dass die Stunde immer in drei Einheiten aufgeteilt ist, begonnen wird mit einer Lockerungsübung. "Stellt euch vor, ganz weit oben hängt ein Apfel, den wollt ihr pflücken". Die Kinder stellen sich auf die Zehenspitzen und recken sich, so weit es geht, nach oben. Hagling animiert sie: "Noch höher". Langsam fällt die Anspannung von den Neulingen ab und nun geht es daran, einen komplizierten Takt zu klatschen. Natürlich wird auch hierbei neben dem Hauptaspekt der Vokalmusik der Rhythmus nicht vernachlässigt. "Denn Rhythmus ist das wichtigste musikalische Instrument", erklärt Manfred Hagling den Müttern.
So klatschen die Kinder auf "drei und vier" in die Hände. Dann wird auch noch geschnippst, auf die Schenkel geklopft und schließlich soll auch das Holz des Klaviers angeklopft werden. Das will anfangs nicht richtig funktionieren. "Hee- nicht vergessen, das Klavier zu klopfen", erinnert der Musiklehrer seine Schüler. "Eins, zwei, drei und Doppelklatsch", doch noch immer klappt die schnelle Drehung zum Klavier nicht schnell genug.
Doch dann vereinfacht ein kleines Mädchen die Prozedur schlichtweg und eröffnet ein Dauerklopfen am Resonanzkörper des Klaviers. Die anderen Kinder stimmen mit ein. Jetzt ist das Eis gebrochen, die Kleinen lachen und die Mütter applaudieren. Mut zur Improvisation wird eben belohnt und lockt auch die letzten schüchternen Kinder nach vorn.
Schon stimmt Brigitte Hagling eine neue Melodie auf der Gitarre an und ihr Mann erklärt den Text des Liedes: "Der geht ganz einfach: "Hallo guten Tag, wir fangen jetzt an". Das können sich die Jungen und Mädchen leicht merken und auch die Melodie geht schnell ins Ohr. Fröhlich singen die Kinder und auch die Mütter stimmen mit einem rhythmischen Klatschen mit ein.
Ohne große Erklärungen variiert Hagling den Text und die jungen Sänger machen begeistert mit. "Die Kinder lernen eben spielerisch, wenn ich ein wenig zur Theorie sage, richtet sich das mehr an die Eltern." Die Gruppe der "musikalischen Früherziehung" dauert eine dreiviertel Stunde. "So lange können sich die Kinder gut konzentrieren." Für Manfred Hagling steht die Freude an der Musik im Mittelpunkt. Er weiß, dass es wichtig ist, die Eltern dazu einzuladen, an der musikalischen Früherziehung teilzunehmen. "So können sie ihren Kindern auf die Sprünge helfen, wenn sie zuhause mal nicht mehr wissen, wie ein Lied ging."
Aber nicht nur die moralische Unterstützung scheint für die anwesenden Mütter wichtig zu sein. Sie haben ganz augenscheinlich selbst sehr viel Spaß daran, rhythmisch mitzuklatschen und auch zu singen."Rhythmus ist das wichtigste Instrument"
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