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Nicolas schießt den Vogel ab

20.05.2012 | 16:00 Uhr
Nicolas schießt den Vogel ab
Nicolas Al Wanli hat beim Prinzenschießen den Vogel zu Fall gebracht.

Nicolas Al Wanli hat am Samstag ganz eindeutig den Vogel abgeschossen: Bei den Hardenberger Schützen im Schützenhaus an der Elberfelder Straße 145 hatte er nach mehr als 100 Schüssen den (Holz-)Adler endlich zu Fall gebracht.

Nicolas Al Wanli hat am Samstag ganz eindeutig den Vogel abgeschossen: Bei den Hardenberger Schützen im Schützenhaus an der Elberfelder Straße 145 hatte er nach mehr als 100 Schüssen den (Holz-)Adler endlich zu Fall gebracht. Das alljährliche Prinzenschießen findet traditionell im Vereinshaus statt und ist für die Jugend ein ganz besonderes Ereignis. Von dem Jugendleiter Ralf Bovensiepen trainiert, galt es am Samstag, sich gut zu konzentrieren und eine ruhige Hand zu behalten.

Die dreizehnjährige Janina Kotzot legte das Luftgewehr an ihre Wange und zielte auf eine weiße Markierung am Stab des Adlers, um den Rumpf zu Fall zu bringen. Ein Auge hielt sie zugekniffen, dann knallte der erste Schuss. Zehn Meter waren die Jugendlichen von 12 bis 14 Jahren von dem Vogel entfernt.

Der stellvertretende Sportwart des Vereins, Gerald Klein, kümmert sich um den Bau der Vögel. Sie bestehen zum größten Teil aus Holz. Dann wird auf das Holz eine Schaummasse aufgetragen und schließlich, damit der Vogel aussieht wie ein Adler, bemalt Gerald Klein ihn passend. „Wir haben den Stab ein wenig angesägt, damit die Jugendlichen es nicht so schwer haben, den Vogel zu stürzen“, so Gerald Klein, denn mit einem Luftgewehr sei dies nicht so einfach. Nach zwei Jahren Frauenpower -- beim Prinzenschießen hatten zwei Mal hintereinander die Mädchen gesiegt – gibt es dieses Jahr wieder einen Prinzen.

Alle bekommen einen Pokal

Doch auch wenn Nicolas seinen Adler mit nach Hause nehmen darf, gehen die anderen Teilnehmer nicht leer aus. Beim Krönungsball erhalten auch sie eine angemessene Ehrung. „Alle kriegen einen Pokal“, sagt Geschäftsführerin Silke Klein. Den Adler, so Nicolas, wird er sich in seinem Zimmer aufhängen, auch wenn er weder Flügel, Zepter noch eine Krone trägt, denn die wurden ihm, so wie die Tradition es auch fordert, schon als Pfänder abgeschossen.  Mit nur 14 Schuss hatte der jüngere Bruder von Nicolas, Antonio Al Wanli, es geschafft, die Krone des Adlers zu treffen und zum Fall zu bringen. Nach 16 Schüssen traf Janina Kotzot das Zepter. Ewelina Turemko brachte mit 15 Schüssen den Reichsapfel zum Stürzen und Nicolas Al Wanli gelang es nach 22 Schüssen den rechten Flügel zu treffen. Jana Eger schließlich konnte sich den linken Flügel nach 32 Schüssen sichern. Die Jugendlichen dürfe man nicht allzu lange hinhalten, denn sonst würden sie „ganz nervös werden, wenn der Vogel nicht fällt“, spricht Silke Klein aus Erfahrung. Eben diese Nervosität stellte sich auch bei den Teilnehmern ein. Da hieß es schon nach dem 56. Schuss: „Warum zuckt der nicht?“ Der Ehrgeiz zeigte sich. Auch im Publikum, das das Prinzenschießen via Monitor im Nebenraum verfolgen konnte, herrschte eine gute Stimmung, besonders in den letzten Minuten, als das Holz schon deutlich zersplittert war. Da „stieg die Spannung, wer der Prinz nun werden wird,“ sagt Karsten Schulz.

Katharina Erschov



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