Nicht nur zum Fest gibt es bei Pohleys Kartoffelsalat

WAZ-Leserin Gabriele Pohley aus Velbert-Neviges bei der Aktion „Das isst der Pott“. Sie hat einen Kartoffelsalat bereitet.
WAZ-Leserin Gabriele Pohley aus Velbert-Neviges bei der Aktion „Das isst der Pott“. Sie hat einen Kartoffelsalat bereitet.
Foto: WAZ FotoPool
Der Kartoffelsalat von Gabriele Pohley aus Velbert-Neviges entsteht auf Grundlage eines alten Familienrezeptes. Weihnachten gibt’s ihn vor der Gans.

Velbert.. Als Gabriele Pohley die Tür öffnet, hat sie in ihrer Küche schon alles Notwendige für das gemeinsame Kochen vorbereitet: „Viel ist es nicht, was unser Festtagskartoffelsalat braucht“, sagt sie fast ein bisschen entschuldigend, aber das ist es ja eben, was den Charme der WAZ-Kochaktion „Hier isst der Pott!“ auch hier in Niederberg ausmacht: das nicht so aufwändige Alltagsgericht aus unserer Region – schmackhaft, einfach, gut.

Den gibt’s auch mal zwischendurch

Seit die Tochter geheiratet hat und nicht mehr zu Hause wohnt, kocht Gabriele Pohley an normalen Tagen nur noch für sich und ihren Mann Roland, der als Biologie- und Chemielehrer an der Goetheschule in Essen-Bredeney arbeitet. „Den Kartoffelsalat gibt es meistens Weihnachten, bevor dann an den Festtagen die üppige Gans serviert wird“, erläutert sie. Da er aber in der Familie seinen festen Platz auf der Beliebtheitsliste hat und er auch in überschaubarer Zeit gemacht ist, gibt’s ihn auch mal zwischendurch.

WAZ-Serie Los geht’s nun mit knapp einem Kilogramm Kartoffeln, die ungeschält gekocht werden. Das braucht Zeit, und Frau Pohley nutzt die Gelegenheit, alte Fotos von ihrer Familie vorzuzeigen. Gabriele Pohley stammt aus Berlin, und die leicht vergilbten Dokumente zeigen ihre Urgroßmutter, eine stolze Frau, im Kreise ihrer Lieben, ein weiteres die Großmutter mit den Kindern, eines davon Frau Pohleys Mutter. „Die haben die goldenen Zwanziger in Berlin in vollen Zügen genossen“, berichtet die Nevigeserin. Und den Kartoffelsalat, nun, dessen Rezept hat sie noch von der Oma aus der Hauptstadt übernommen. „Somit ist der Salat Teil der Familientradition!“ Während die Knollen abkühlen, werden Zwiebeln und Gurken in kleine Würfel geschnitten, Äpfel geschält und geschnippelt. „Je nach Geschmack können saure Gurken oder die etwas süßeren Gewürzgurken gewählt werden“, sagt Pohley. Wir nehmen kurzerhand von beiden Sorten. Die Mayonnaise könnte man selbst machen, doch heute greift die Dame des Hauses zum Fertigprodukt.

Bei den Gurken legt Gabriele Pohley übrigens Wert darauf, dass sie aus dem Spreewald kommen, da ist die Heimat Berlin nicht weit. Zusammen mit einem Teller Brühwürstchen kommt der fertige Salat auf den Tisch. Roland Pohley unterbricht die Korrekturarbeiten der Abi-Klausuren und gesellt sich dazu: „Ahhh, Kartoffelsalat!“, freut er sich.