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Nicht nur für ältere Leute

18.09.2012 | 18:30 Uhr
Nicht nur für ältere Leute
Alfredo Fischer, Fahrer und Pressesprecher des Vereins, sorgt auch dafür, dass seine Fahrgäste sicher ans Ziel gelangen. Foto: detlev Kreimeier

Neviges.  Er ist ein Transportmittel, der Bürgerbus Neviges/Tönisheide. Und noch ein bisschen mehr. „Er ist auch ein Kommunikations-Center“, hebt Hans-Willi Schwinning hervor, der im Verein nicht nur hinter dem Steuer des Busses sitzt, sondern auch als Fahrdienstleiter fungiert

Er ist ein Transportmittel, der Bürgerbus Neviges/Tönisheide. Und noch ein bisschen mehr. „Er ist auch ein Kommunikations-Center“, hebt Hans-Willi Schwinning hervor, der im Verein nicht nur hinter dem Steuer des Busses sitzt, sondern auch als Fahrdienstleiter fungiert. Im Laufe der Jahre habe sich von den Fahrgästen zu den Fahrzeuglenkern ein regelrechtes Vertrauensverhältnis aufgebaut. „Wir kennen fast alle unsere Fahrgäste“, betont der 66-Jährige. Manchmal gibt’s während der Fahrt ein paar Erdbeeren geschenkt und vor Weihnachten liegt auch mal eine Tafel Schokolade auf dem Armaturenbrett. Die Fahrer freut’s und ein wenig Hilfestellung beim Ein- und Aussteigen ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Denn: „Dankbarkeit ist unser Lohn“, sagt Schwinning.

Schließlich sitzen alle Fahrer ehrenamtlich „auf dem Bock“. Im Schnitt zwei-, dreimal im Monat. Anders lässt sich das „Unternehmen“ nicht finanzieren. Denn Zuschüsse erhält der Verein kaum welche. Der Kreis zahlt zwar jährlich 5000 Euro für die Fahrer. Davon müssen allerdings unter anderem die jährlich fälligen Untersuchungen bestritten werden. Alle sieben Jahre greift das Land in die Tasche, damit ein neues Fahrzeug angeschafft werden kann. Doch der Zuschuss deckt allenfalls 50 vH. der Kosten von rund 70 000 Euro.

Einen weiteren Anteil übernimmt noch die Stadt, den Rest muss der Verein erwirtschaften. Doch von den acht-, neuntausend Euro Werbeeinnahmen lassen sich auch keine großen Sprünge machen. Im vergangenen Jahr fraßen größere Reparaturen an den beiden zur Verfügung stehenden Fahrzeugen fast die gesamten Rücklagen auf.

Steigende Spritkosten

Und dann machen die steigenenden Spritkosten dem Bürgerbus zu schaffen... Da ist der Kassierer schon froh, wenn über die Verkehrsgesellschaft Velbert (VGV) die Wuppertaler Stadtwerke mit WSW mobil als starkem Partner den Verein unterstützen: Fahrpläne ausarbeiten, Haltestellenschilder aufstellen, Erledigung kleinerer Reparaturen in den WSW-Werkstätten oder Schulungen gehören dazu, damit der Betrieb auf den vier Linien im Stadtgebiet rollt: Vom Pilgerparkplatz zum Wimmersberg, zum Einkaufszentrum Edeka und Aldi, ins Holz oder auf den Pastoratsberg (Eichenstraße) fahren die Bürgerbusse jährlich rund 10 bis 11 000 Nevigeser. Diejenigen, die keine andere Möglichkeit haben, mit einem eigenen Fahrzeug abgelegenere Gebiete zu erreichen. Dennoch: der Bürgerbus will kein Beförderungsmittel nur für Alte sein. „Bei uns können alle mitfahren“, sagt Schwinning. Montags bis freitags gibt’s immer je eine Runde am Vormittag und am Nachmittag, samstags wird der Verkehr mittags eingestellt und sonntags ist generell Fahrpause.

Ulrich Braun



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