Neustart der Firma Bäumer in Velbert glückte

Trio des Erfolgs: Stefan, Mutter Margot und Bruder Uwe Bäumer in der Firma an der Schulstraße.
Trio des Erfolgs: Stefan, Mutter Margot und Bruder Uwe Bäumer in der Firma an der Schulstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Margot und ihre beiden Söhne Stefan und Uwe führten Firma für Modellplatten des Vaters weiter. Ersatzteile für Oldtimer besonders gefragt.

Velbert..  Wer Anschauungsunterricht benötigt zum Thema flexibler Mittelstand, der sollte bei dem Familienbetrieb Bäumer in der Unterstadt vorstellig werden. Der 1965 von Hans-Joachim Bäumer gegründete Ein-Mann-Betrieb stand Mitte des vergangenen Jahrzehnts faktisch vor dem Ende.

Bis dahin hatte Bäumer zunächst in einem Nevigeser Kellerraum Gips-Modellplatten für Eisen- und Buntmetallgießerei hergestellt. Nun starb der Kleinunternehmer, und im selben Zeitraum machten die Gießereien in Folge des wirtschaftlichen Einbruchs in der Region dicht. Die Aufträge blieben aus. Er hinterließ einen im Fach ausgebildeten Sohn Stefan, seinen Sohn Uwe und eine resolute Ehefrau Margot, die nun zusammen vor einer existenziellen Frage standen: „Sollen wir den Betrieb vom Vater verkaufen oder starten wir neu?“, erinnert sich Stefan.

Der hatte den Beruf des Former Mustermachers im väterlichen Betrieb, der zwischenzeitlich an die Schulstraße umgezogen war und in guten Zeiten fünf bis sechs Mitarbeiter beschäftigte, gelernt. Und die drei Bäumers entschieden sich fürs Weitermachen: Stefan, heute 47, macht seither die Produktion, Bruder Uwe (44) die EDV, Mutter Margot als Geschäftsführerin die Buchführung und das Rechnungswesen. „Und wir fingen auch bei unserer Ausrichtung noch mal neu an“, so Stefan Bäumer. „Wir wandten uns nun dem Bereich Prototypen- und Ersatzteilbau aus Kunststoff zu, doch vor unserem ersten Auftrag habe ich immerhin 120 Firmen in NRW angeschrieben“, so Bäumer. Es kristallisierten sich als Auftraggeber Vereine für Old- und Youngtimer-Fahrzeuge heraus, ein Markt, der zum Erstaunen der Velberter Familie großes Potenzial hat. „Schon auf der Essener Messe Techno Classica 2006 lief ich mit meinem Musterkoffer rum und konnte viele Interessenten für Produkte meiner Firma interessieren“, berichtet Stefan Bäumer.

Bäumer geht durch den wohnzimmergroßen Betrieb und zeigt, was er so auf der Pfanne hat: Stoßstangenecken für den Ford Capri etwa. „So wie meiner draußen, Baujahr 1981, 6 Zylinder, 2,0 Liter Hubraum, 90 PS“, referiert er. Autonarren wie ihn gibt es viele in der Republik.

Spenden zum Jubiläum

Zierleistenclipse sind dabei, Gummileisten, komplette Hutablagen – so wie jüngst für einen RO 80 – das war der mit dem Wankelmotor. Spiegelarme für Motorräder, auch bei Bäumers bestellbar.

50 Jahre alt wird der Betrieb nun, wahrscheinlich wäre Vater Hans-Joachim mächtig stolz auf die Frau und die beiden Söhne. „Wir planen keine große Feier zu diesem Jubiläum“, kündigt Stefan Bäumer an. Lieber möchte Familie Bäumer ihre Dankbarkeit mit Spenden äußern – gedacht ist an Geldzuwendungen an die Stiftung Lichtblicke, die Initiative „Not neben dir“ des Velberter Fördervereins Velbert-in und das Technische Hilfswerk, dem die Bäumers verbunden sind.