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Neues Tierheim wirbt um Vertrauen

13.06.2013 | 18:00 Uhr
Neues Tierheim wirbt um Vertrauen
Das Hundehaus II im Tierheim ist fertig gestellt. Angelika Kolle (r.) und Sabine Timmermann mit Florian.Foto: H.-W. Rieck

Velbert.  Zuletzt wurde das zweite Hundehaus saniert. Kreisveterinär verfügte Ende Mai die Freigabe. Mit neuem Vereinsvorstand erfolgt jetzt der Neustart

Vor zweieinviertel Jahren lag der organisierte Tierschutz in Trümmern. Das Kreisveterinäramt hatte das Velberter Heim an der Langenberger Straße über Nacht schließen lassen – wegen katastrophaler hygienischer Zustände. Bei näherer Untersuchung durch die zuständige Behörde stellte sich dann heraus, dass die Missstände allumfassend waren: eine zerstrittene und inkompetente Tierschutzvereinsführung, fehlende Sachkunde bei den Mitarbeiterinnen im Tierheim, Verlust an Transparenz im Vereinsgeschäft; ein marodes, versifftes Heimgebäude. Die verheerende Folge: Totaler Vertrauensverlust in der Bevölkerung.

Charakteristischer Muffgeruch weg

Heute: der totale Wandel. „In einer Herkulesarbeit haben seit 2011 viele dem Tierschutz verpflichtete Menschen quasi alle Aufgaben auf einmal angepackt“, berichtet Angelika Kolle. Die Essenerin ist stellvertretende Vorsitzende der neuen Vereinsspitze, und ein Gang durch das Tierheim beweist, dass sie Recht hat: Neues Arztzimmer, neue Katzen- und Hundequarantäne, vergrößerte Hundeboxen, alles frisch gestrichen und gefliest – der eklige Muffgeruch, jahrelang charakteristisch fürs Heim, ist weg. „Wir haben sehr viele Helfer und Handwerker gehabt, die nach Dienstschluss hier bis tief in die Nacht renoviert haben – entweder kostenlos oder zum Materialkostenpreis“, sagt Sabine Timmermann, die andere stellvertretende Vorsitzende. Es gab Spenden, ein Fahrzeug zum Beispiel, und den Deutschen Tierschutzbund, der zu jedem gespendeten Euro einen dazugab. „Wir sind sehr dankbar“, sagt Kolle feierlich. Gut 90 000 Euro kostete die Totalsanierung.

Der Kreisveterinär hat diese Leistungen gewürdigt und Ende Mai die Freigabe des Tierheims verfügt. Aktuell haben neun Hunde hier ihr Übergangszuhause, dazu 24 Katzen. Platz ist für 20 Hunde und 40 Katzen.

Auf Geheiß des Kreisveterinärs kommt jetzt wöchentlich ein Vertragstierarzt, der nach den Tieren in der Obhut des Heimpersonals schaut. Das sind zuerst die Leiterin Ramona Rentenatus, drei feste Mitarbeiterinnen und zwei Aushilfen – alle qualifiziert und mit der notwendigen Sachkunde. „Dazu kommen viele Freiwillige, die die Hunde ausführen“, so Sabine Timmermann. Die Kosten bleiben ein Problem, auch nach dem Neustart: „Die Tierarztkosten sind der höchste Posten, pro Monat rund 3000 Euro, zudem die Personal- und Futterkosten“, so Kolle. Das wichtigste Projekt für die nächste Zeit laute: Das Vertrauen der Tierfreunde zurückgewinnen.

Matthias Spruck



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