Neuer Veranstalter für drei der vier Velberter Wochenmärkte

Der Wochenmarkt auf dem Rathausvorsplatz, hier am 10. Februar
Der Wochenmarkt auf dem Rathausvorsplatz, hier am 10. Februar
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Deutsche Marktgilde betreibt bislang bundesweit rund 120 Märkte. „Grüne“ Stände sollen Vorrang haben. Marktbeschicker geben sich abwartend. Ob sie sich an die Gilde gewöhnen müssen, bleibt abzuwarten. Nächstes Jahr wird schon neu ausgeschrieben.

Marktgilde, übernehmen Sie! Drei hiesige Wochenmärkte laufen jetzt als Veranstaltung eines deutschlandweiten Players: Die Deutsche Marktgilde betreibt aktuell 120 Märkte, jetzt auch die in Velbert-Mitte, Neviges und Langenberg – am Berg bleibt alles beim Alten.

„Das eine oder andere könnte man ergänzen“, sagt Friedrich Holzhauer, Niederlassungsleiter Deutschland-Mitte der Marktgilde, nachdem er sich die hiesigen Märkte angesehen hat. Insgesamt soll sich für die Kunden aber nicht viel ändern. Die Gilde legt nach eigenem Bekunden „Wert auf den grünen Marktbereich“, d.h. Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Blumen, Eier und Milchprodukte etc.

Das leidige Thema Parkplätze habe er noch nicht erörtert, auch zu den Standgebühren könne er – außer dass man um „Kontinuität“ bemüht sei – noch nichts Abschließendes sagen, sagt Holzhauer.

Interessant werden könnte die Erfahrung des Veranstalters mit so genannten Nachmittagsmärkten. Viele Berufstätige haben vormittags keine Zeit für Marktgänge. Mit Nachmittagsmärkten von 14 bis 18 Uhr habe die Gilde gute Erfahrungen gemacht, sagt Holzhauer. Wiewohl sie meist kleiner seien: „Gerade Obst- und Gemüsehändler fahren sehr früh zum Großmarkt – viele Familienbetriebe können sich da einen Arbeitstag bis 18 Uhr nicht leisten.“ Ob das Modell Nachmittagsmarkt für die Marktbeschicker überhaupt in Frage kommt, dazu müssen sich diese erst äußern. Holzhauer will zu ihnen jetzt erst „eine Beziehung aufbauen“.

Wie das läuft, wird sich zeigen. Marktbeschickerin Birgit Heidrich, die die Gilde schon von anderen Märkten kennt, erwartet einen „neutralen“ Veranstalter, hofft bei dessen guter Vernetzung auf „vielleicht ein bisschen mehr Werbung“, bleibt aber dabei: „Marktgeschäft ist und bleibt schwer, ob mit Gilde oder ohne.“

Hans-Lothar Albert, der vorher gemeinsam mit anderen als AlWi Markt GbR den Markt veranstaltet hat, hat sich schon geärgert, als sie den Zuschlag der Stadt nicht bekommen haben, sagt er. Als Marktbeschicker wolle er aber „zunächst noch dabei bleiben.“ Er will abwarten, wie sich der Markt entwickelt.

Ein Jahr haben Gilde und Beschicker jetzt Zeit zum Beobachten und Kennenlernen. Zum Stichtag 1. April 2016 wird die Veranstaltung des Wochenmarkts dann wieder ausgeschrieben. Bis dahin wollen Stadt und Politik auch ein neues Wochenmarkt-Konzept für ganz Velbert vorgelegt haben.

Ruhe ist indessen noch keine: Von den Parteien, die nunmehr bereits zum zweiten Mal in die Wahl zwischen den sechs Bewerbern einbezogen worden sind, haben mehrere den Auswahlprozess als nicht sehr transparent beschrieben. Velbert anders hat gar eine Beschwerde bei der Kommunalaufsicht eingelegt.