Neue Uhr für die Alte Kirche
15.08.2011 | 17:59 Uhr 2011-08-15T17:59:16+0200
Velbert. Nach Spendenaktion im vergangenen Jahr bekommt der Turm jetzt neue Ziffernblätter und ein neues Uhrwerk.
Die Turmuhr der Alten Kirche hat schon bessere Zeiten gesehen. Das Uhrwerk und die Ziffernblätter sind marode, und die schwarz-rot-goldene Lackierung blättert immer mehr ab. Pünktlich ein Jahr nach der großen Spendenaktion auf dem Weinfest im vergangenen Jahr steht jetzt ein großes Baugerüst an dem alten Kirchturm. Mit den Reparaturarbeiten in Höhe von 25 000 Euro soll bald begonnen werden.
„Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es jetzt losgeht“, erklärt der Baubeauftragte der Evangelischen Kirchengemeinde Velbert, Gerd Pieper. „Schließlich ist durch die Tombola auf dem Fest im letzten Jahr die Spendenaktion so richtig ins Rollen gekommen.“ Eigentlich hätten die Arbeiten am Uhrturm schon früher beginnen können, doch die Genehmigung von der Denkmalbehörde habe bis vor kurzem noch ausgestanden. „In den nächsten vier Wochen werden die alten Ziffernblättern abgenommen und das Uhrgestänge entfernt“, kündigt Gerd Pieper an. Erst danach lasse sich feststellen, wie der Zustand des Mauerwerks darunter sei.
Wir wollten ein Zeichen setzen, dass es losgeht
„Im nächsten Schritt werden dann, hoffentlich ohne Probleme durch das Mauerwerk, die neuen Ziffernblätter angebracht werden können.“ Die farbliche Gestaltung der neuen Uhr soll ähnlich wie die jetzige Ausführung – in schwarz-rot-gold – gehalten werden. Statt schwarzer Balken werde es dann wieder Ziffern auf dem Uhrblatt geben. Außerdem werde das neue Uhrwerk dann elektronisch, durch eine Funk- und Fernsteuerung, angetrieben.
Als die Evangelische Kirchengemeinde Anfang vergangenen Jahres etwas gegen den langsamen Verfall der Kirchturmuhr unternehmen wollte, bekam sie Unterstützung des Vereins Velbert aktiv. „Wir haben ihnen einen Konzept erstellt, wie man an die nötigen Gelder kommt“, blickt Jürgen Scheidsteger zurück. Die Uhr sei, da sie zusammen mit der Alten Kirche den Siedlungsursprung der Stadt darstelle, zeitgeschichtlich sehr wichtig. „Wir kümmern uns gerne um das alte Schätzchen“, so Jürgen Scheidsteger. „Der Offers-Platz ist der schönste Platz der Stadt und sollte es auch bleiben. Schließlich finden hier traditionelle Veranstaltungen wie das Weinfest und der Weihnachtsmarkt statt.“
1200 Goldmark hat die Turmuhr im Jahre 1889 gekostet. Den größten Teil von 1000 Goldmark übernahm damals die Stadt. Begründung: Sie diene als „Normaluhr“ den meisten Bürgern zur zeitlichen Orientierung. 1926 wird ein neues Uhrwerk mit elektromotorischem Aufzug eingebaut, das bis heute die Uhr zum Laufen bringt. Die Ziffernblätter bekommen 1959 den letzten Neuanstrich.
An der Spendenaktion für die längst nötige Generalüberholung kann man sich mit „Uhr“-Kunden für zehn Euro noch beteiligen. Erhältlich sind sie bei Saalmann (Friedrichstraße) und in der VMG-Tourist-Info (Kurze Straße 2).
0mitdiskutieren