Nabu Velbert: Blumen pflücken ist tabu

Blumenwiese mit Klatschmohn, Kornblume und Eschscholzia. Nicht jede Blume darf gepflückt werden.
Blumenwiese mit Klatschmohn, Kornblume und Eschscholzia. Nicht jede Blume darf gepflückt werden.
Foto: imago/blickwinkel
Was wir bereits wissen
Frühlingsboten wie Primel und Maiglöcken müssen stehengelassen werden. Auch Orchideen sind für Freunde bunter Pracht tabu.

Velbert..  Wenn das Thermometer – zumindest allmählich – steigt, freuen sich Velberter nicht nur über die warmen Sonnenstrahlen. Viele zieht es auch hinaus in die Natur, um dort die reiche Blumenpracht zu bewundern, die jetzt im Wonnemonat Mai so richtig aufblüht. Sich an Velberts Natur zu erfreuen, ist für Naturschützer auch gar kein Problem. Entschließen sich Spaziergänger aber, die zum Teil seltenen Pflanzen abzupflücken und nach Hause mitzunehmen, sieht es da schon anders aus.

„Ich habe oft sehen müssen, wie zahllose Blumen, sogar in Naturschutzgebieten, gepflückt werden“, so Dr. Helmut Beine, Velberter Ehrenmitglied des Naturschutzbundes Nabu. Folge sei, dass im nächsten Jahr weniger Samen keimen könnten. „So finden nicht nur Insekten und Vögel weniger Nahrung, im schlimmsten Fall können Blumenarten sogar aussterben.“ Nicht gelten lässt er den Einwand, die Blumen würden ja ohnehin abgemäht. „Die Pflanzen reifen beim Heumachen nach, so dass ihre Samen auf der Wiese bleiben.“

Orchideen pflücken streng verboten

Klar, wer nur eine Blume vom Stängel reißt, denkt nicht, dass er damit einen Schaden anrichtet. Übersehen werde aber, dass günstige Lebensbedingungen für viele Sorten selten geworden sind“, so Beine. „Dass die Blumen sich dann nur noch sehr selten in üppiger Fülle zeigen, ist den wenigsten bewusst.“

In Velbert gilt das für Primeln, aber auch Maiglöckchen sollten verschont werden. „Sie wachsen so selten und an so wenigen Standorten“, erklärt Elke Löpke, Leiterin der Biologischen Station Haus Bürgel, „die sollte man wirklich stehen lassen.“ Auch Orchideen, die man im Velberter Deilbachtal finde, dürften auf keinen Fall gepflückt werden.

Merken sollten sich Pflanzenliebhaber außerdem: In Naturschutzgebieten ist das Pflücken verboten, ebenso in Landschaftsschutzgebieten. „Wer dort etwas mitnimmt oder sogar ausgräbt, nimmt ein hohes Bußgeld in Kauf“, so Klaus Adolphy, Leiter der unteren Landschaftsbehörde. Außerhalb der geschützten Gebiete gibt es Ausnahmen vom Pflückverbot: „Für den Eigenbedarf darf man sich schon mal ein Pflänzchen mitnehmen“, so der Biologe, das gelte natürlich nicht für seltene Vegetation, „doch wer sich selbst auf die Sucher nach Kräutern macht, weiß in der Regel auch, welche zu den geschützten Exemplaren gehören“, so seine Erfahrung.

Löpke sieht es darum positiv, wenn Kräutersammler sich in der heimischen Flora bedienen. „Es ist geht dabei um den Kontakt zur Natur. Und es ist doch schön, wenn Menschen sich für die Natur interessieren.“