Mit Oma auf der Seniorenmesse
28.10.2012 | 18:11 Uhr 2012-10-28T18:11:00+0100
Velbert. Ihre Enkelin – und WAZ-Mitarbeiterin – fand bei dem Rundgang heraus, was agile ältere Semester dort suchen und schätzen
Gehstöcke, Rollatoren, Zahnprothesen und Altenpflege sind üblicherweise nicht unbedingt täglicher Bestandteil im Leben einer 18-Jährigen. Aber: Was nicht ist, kann ja noch werden. Und mit diesem Gedanken und meiner Oma Erika (75 Jahre jung, sehr agil) an der Seite schaute ich mich am Samstag auf der Seniorenmesse um. Die Veranstaltung fand im Forum Niederberg statt, wo eine bunte Palette von Ausstellern unter anderem die Bereiche Bad, Apotheke, Wellness, Finanzen, Pflegedienst und Gesundheit abdeckte.
Ein Herz für den Dudelsackspieler
Natürlich lässt meine Oma den Stand mit den Rollatoren gleich am Eingang mit erhobener Nasenspitze links liegen und stürmt zu den Elektrofahrrädern. Die versprechen unter anderem einen erhöhten Aktionsgrad und eine ausgedehntere Reichweite für Senioren. Die rüstige Rentnerin sieht darin klare Vorteile: „Bisher war ich ohne Motor unterwegs. Aber mit diesem Fahrrad lass ich alle Trampler hinter mir“, sagt sie und grinst verschmitzt. Von Sehhilfen dagegen will Erika nichts wissen, von Hörgeräten erst recht nicht.
Die Messe ist längst nicht nur eine Ausstellung, sondern auch Treffpunkt für Senioren. Auch meine Oma trifft gleich ihren Nachbarn Helmut. Der hat noch nichts erspäht, ist aber überzeugt: „Die Umstellung im Alter dauert. Hier ist ja ein riesiger Betrieb heute – die Nachfrage ist wohl entsprechend.“ Unterbrochen wird der Plausch vom Auftritt der Dudelsackpfeifer. Was das Herz meiner lieben Oma höher schlagen lässt, ist in meinen Ohren eher Krach als bedeutende Tonkunst.
Einen Stand weiter wirbt der Aussteller für technikunterstützendes Wohnen im Alter. Für Erika, die sich vor zwei Jahren auch einen Internetanschluss angeschafft hat, ein interessantes Thema. Sie meint: „Diese Technik ist wesentlich besser als das herkömmliche Notrufsystem. Wenn man umfällt, wird man so eher gefunden und es kann einem schneller geholfen werden.“
Das Fazit meiner Oma: „Die verschiedenen Teilnehmer präsentieren ein facettenreiches Angebot. Die Hersteller sind schon sehr erfindungsreich und an klugen Ideen mangelt es nicht – am nötigen Kleingeld bei mir schon eher.“ Auf die Frage, ob sie wiederkommen würde, lacht sie und meint: „Na klar, ich will mich doch über die neuesten Dinge informieren, die mir das Altsein erleichtern. Und wie sagt man so schön? Jung zu bleiben und alt zu werden ist doch das höchste Gut.“
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