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Mit Nischen und Service überzeugen

13.08.2012 | 22:00 Uhr
Mit Nischen und Service überzeugen
Solche edlen Torten bekommt man beim Konditor – und zunehmend auch beim Discounter. Bild: Thomas Goedde

  Traditionelle Bäckerbetriebe haben es zunehmend schwer: Supermärkte machen ihnen Konkurrenz. Mit Spezialangeboten halten die Bäcker dagegen

Heute muss niemand mehr, der auf der Suche nach Frühstücksbrötchen ist oder Kuchen für den Nachmittag besorgen will, in eine Bäckerei bzw. Konditorei gehen. In jedem Discounter finden sich Regale voller Backwaren und Tiefkühltruhen mit Kuchen und Torten. Eine Entwicklung, die für viele alteingesessene Traditionsbetriebe existenzbedrohende Züge angenommen hat. So erinnert sich der Velberter Bäckermeister Klaus Bär: „Als ich 1964 angefangen habe, gab es in Velbert-Mitte 27 Bäcker, mittlerweile sind wir fünf.“

Sinkende Geschäftszahlen, die auch viel damit zu tun haben, dass immer mehr Verbraucher aufs Geld achten und sich dem vermeintlich günstigerem Supermarktangebot zuwenden. Bernd Siebers, Landesinnungsmeister und Obermeister der Bäckerinnung Rhein Ruhr, der auch der Kreis Mettmann angehört, sagt dazu: „Natürlich sind wir im Vergleich recht hochpreisig, man muss aber auch bedenken, welcher Wert - angefangen bei den Energiekosten, den steigenden Rohstoffpreisen und den Kosten, die die qualitativ hochwertige Produktion unserer Waren mit sich bringt - hinter unserem Angebot steht.“ So seien gerade lange Teigruhephasen und das Backen nach alten Rezepten Qualitätsmerkmale, die Discounterware vermissen lasse. Auf Qualität setzt auch Konditormeister Michael Langensiepen. „Während in Supermärkten viel Tiefgefrorenes angeboten wird, stehen wir jeden Tag in der Backstube und fertigen Torten, Kuchen, Pralinen und hochwertiges Gebäck.“ In einer Qualität, die die Kunden zu schätzen wissen. „Wir setzen in erster Linie auf Stammkundschaft, unser gutes Angebot spricht sich herum, so dass wir keine weitere Werbung brauchen.“

Seit 1939 existiert das der Konditorei angeschlossene Café, das er mit seiner Frau Ute betreibt. Auch seine fünfundsiebzigjährige Mutter steht täglich im Geschäft. „Sie ist auch schon seit 1960 dabei und bei den Kunden sehr beliebt und geschätzt.“ Auch dieser persönlichen Ansprache sei der Erfolg des Unternehmens zu verdanken. „Wir erfüllen darüber hinaus gerne individuelle Wünsche unserer Kunden wie z. B. bei den vielen Hochzeitstorten.“

Auf Nischen setzt auch Bäcker Bär in seinen fünf Filialen. „Heutzutage sind viele Produkte, die im Discounter angeboten werden, von der Qualität mit unseren zu vergleichen, darum setzten wir auf andere Stärken, um Kunden zu binden.“ Dazu zähle, dass sich die Geschäfte auf das Angebot von weizenfreien Produkten, die zum Beispiel von an Neurodermitis Erkrankten gekauft werden, spezialisiert habe, und das vom Brot bis zum Dinkelgebäck etwa 30 Prozent aller Waren aus Vollkorn bestünden. „Eine weitere Stärke ist das Fachwissen, dass unsere geschulten Mitarbeiter in die Kundenberatung einbringen und die gute Beziehung zum Kunden, die damit anfängt, dass bei uns schon die Kinder gepflegt werden.“

Birgit Hölker-Schüttler


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