Mit der Konjunktur im Kreis Mettmann geht’s stabil aufwärts

Verbessert hat sich laut IHK – wenngleich nur mit einem leichten Plus – auch die Lage im Einzelhandel.
Verbessert hat sich laut IHK – wenngleich nur mit einem leichten Plus – auch die Lage im Einzelhandel.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
IHK-Umfrage zeigt: Unternehmen erwarten im laufenden Jahr eine bessere Entwicklung. Produktionskapazitäten sind überdurchschnittlich gut ausgelastet. Allerdings gibt es auch ernste Risiken.

Kreis Mettmann..  Von einem dollen Boom oder überbordender Euphorie kann derzeit keine Rede sein. Aber schlecht ist die aktuelle Lage in der heimischen Wirtschaft nun wirklich nicht. Das besagt die Sonder-Auswertung fürs Kreisgebiet von der jüngsten Konjunktur-Umfrage der IHK Düsseldorf.

Sie basiert auf Aussagen, Einschätzungen und Erwartungen von mehr als 200 Unternehmen mit zusammen knapp 20 000 Beschäftigten, die über den Jahreswechsel 2014/15 befragt worden sind.

Fakt ist: Der so genannte Klima-Index ist seit der Herbst-Umfrage allenfalls ein wenig abgesackt, liegt aber weiterhin deutlich über dem Langzeit-Level. Und im regionalen Vergleich liegt der Stimmungsindikator für den Kreis gar knapp an der Spitze. Die Auslastung der Produktionskapazitäten von Industrie und Bauwirtschaft rangiert mit gut 81 Prozent ebenso merklich über dem langjährigen Durchschnitt.

Es gibt auch ernste Risiken

„Konjunktur im Kreis in ruhigem Fahrwasser“, titelt die Kammer ihren Bericht. In dem stecken so einige ziemlich gute Nachrichten. „Die Unternehmen schätzen ihre Geschäftslage nur wenig verhaltener als noch im letzten Herbst ein. Umgekehrt erwarten sie im laufenden Jahr eine etwas bessere Entwicklung als bislang“, sagt Gerd Helmut Diestler. „Es geht stabil aufwärts.“ Nach Auskunft des IHK-Volkswirts zeigt sich jeder zweite Betrieb derzeit mit seinen Geschäften zufrieden; 38 Prozent meldeten eine gute und nur zwölf Prozent eine schlechte Lage. Ähnlich sehe es auch bei den Erwartungen aus. „Die Konjunktur dürfte in diesem Jahr unspektakulär, aber mit einer leichten Aufwärtstendenz verlaufen“, meint Diestler.

Verbessert hat sich auf hohem Niveau die Lage im Großhandel und – wenngleich auf deutlich niedrigerem Level – auch im Einzelhandel. Bauwirtschaft und Industrie äußern sich zufrieden, allerdings nicht mehr ganz so euphorisch wie zuvor. Knapp positive Konjunkturerwartungen hegten unverändert die Industrie und unternehmensnahe Dienstleister sowie der Großhandel.

Jedoch: Viele Befragte haben auch die Konjunktur-Risiken im Blick. Die drohen sowohl im Aus- als auch im Inland. Z. B. als Folge der Russland-Ukraine-Krise oder der weiteren Entwicklung im Euro-Raum. Die Mehrheit sorgt sich mit rund 60 Prozent der Nennungen um die Inlandsnachfrage. Kritisch beäugt werden die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Als da wären Rente mit 63 und Mindestlohn. Bei letzterem gehe es „aber weniger um die Höhe als um das Mehr an Bürokratie“, stellt Diestler klar.